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Drei Fragen an Markus Knasmüller, BMD
„Wir haben keine Angst vor der KI“
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Seit 1997 ist Markus Knasmüller bei BMD, seit 2020 führt er das Unternehmen als alleiniger Geschäftsführer. In dieser Zeit ist der österreichische Softwareanbieter von 70 auf mehr als 800 Mitarbeiter gewachsen und hat zuletzt die Umsatzmarke von 100 Millionen Euro überschritten. Das Erfolgsrezept basiere auf Kontinuität, auf Kundennähe und auf einer durchdachten Finanzierungsstrategie.
GEWINN: Herr Knasmüller, BMD wächst seit den 1990er-Jahren Jahr für Jahr um rund zehn Prozent. Worauf führen Sie diese Entwicklung zurück?
Markus Knasmüller: Wir konzentrieren uns sehr darauf, was unsere Kunden wollen, und entwickeln unsere Software gemeinsam mit ihnen. Außerdem haben wir nie ein risikoreiches Investment gemacht und alles, was wir investiert haben, aus dem Cashflow finanziert. Der letzte Kredit stammt aus den 1980er-Jahren. Dazu kommt, dass wir sehr auf unsere Mitarbeiter in der Region schauen und viel dafür tun, dass sie lange bei uns bleiben. Und man muss ehrlich sein: Auch ein bisschen Glück gehört dazu.
GEWINN: KI gilt für viele Softwareunternehmen als potenzielles Schreckgespenst. Sie sehen die Entwicklung erstaunlich gelassen. Warum?
Knasmüller: Ich habe keine Angst, dass es BMD in ein paar Jahren nicht mehr geben wird. Anspruchsvoller wird es aber bestimmt, und wir müssen uns anpassen und unser Geschäftsmodell laufend weiterentwickeln. Bestimmte Berufsbilder werden sich verändern, in manchen Bereichen kann KI die Menschen auch ersetzen oder massiv unterstützen. Aber die persönliche Beratung wird weiterhin eine riesengroße Rolle spielen. Und KI macht heute noch sehr viele Fehler. Wenn man Ergebnisse ungeprüft übernimmt, kann das gefährlich werden, vor allem in den Bereichen Rechnungswesen und Steuer, wo wir uns bewegen. Gleichzeitig wird sich die Technologie rasant weiterentwickeln – derzeit steckt sie ja noch in den Kinderschuhen. Ich glaube aber nicht, dass man BMD als Ganzes ersetzen kann oder wir keine Softwareentwickler mehr benötigen. Ganz im Gegenteil. Der Bedarf an qualitativen Mitarbeitern wird steigen.
GEWINN: BMD gehört keinem Konzern und keinem einzelnen Großinvestor. Neun private Gesellschafter teilen sich das Unternehmen. Was ist das Besondere an dieser Struktur?
Knasmüller: Alle neun Privatgesellschafter sind eng mit dem Unternehmen verbunden, entweder weil sie selbst hier arbeiten oder weil ihre Familienmitglieder im Unternehmen tätig sind. Niemand hat einen überwältigenden Anteil, und niemand kann alleine etwas beschließen. Und glücklicherweise haben wir bisher immer alles einstimmig entschieden. Dazu kommt noch, dass niemand das Unternehmen verkaufen will. Uns geht es allen gut, aber keiner ist gierig, wenn man das so sagen kann. Wir wissen die Selbstständigkeit zu schätzen. Das gibt uns die Möglichkeit, langfristig zu denken und unsere Entscheidungen selbst zu treffen.
Mehr über BMD, Geschäftsführer Markus Knasmüller und die Erfolgsgeschichte des Softwarehauses lesen Sie im ausführlichen Porträt in der September-Ausgabe von GEWINN.


