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KMU: Unternehmensverkauf und -bewertung
Lebenswerk zu verkaufen
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Noch nie standen in Österreich so viele Unternehmen vor der Frage, wer ihr Lebenswerk künftig weiterführen soll. Laut einer aktuellen Studie von Creditreform und CH Consult, für die rund 1.400 Unternehmer und Geschäftsführer befragt wurden, benötigen bis Ende dieses Jahrzehnts 45 Prozent aller mittelständischen Unternehmen eine Nachfolgelösung.
Gleichzeitig verliert die klassische Übergabe innerhalb der Familie an Bedeutung. Bereits 40 Prozent der befragten Unternehmen planen eine familienexterne Lösung: 21 Prozent wollen an externe Dritte verkaufen, weitere 19 Prozent an Mitarbeiter beziehungsweise im Rahmen eines Management-Buy-ins.
Christian Hener erlebt diese Entwicklung in der Praxis: „Zwischen 40 und 60 Prozent der Unternehmer müssen sich heute am externen Markt umsehen, wie sie ihr Unternehmen weiterführen wollen“, so der geschäftsführende Gesellschafter der auf Executive Search und Interim Management spezialisierten EO Austria. Bei größeren Unternehmen gehe es dabei nicht nur darum, das eigene Lebenswerk zu sichern, sondern auch darum, Arbeitsplätze und Know-how zu erhalten, so Hener.
Transformation als Beschleuniger
Zur demografischen Entwicklung kommt ein weiterer Faktor, der den Markt für Unternehmensverkäufe befeuert: Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Energiewende oder die Veränderung ganzer Industriezweige verlangen Investitionen und neue Kompetenzen. Für ältere Unternehmer stellt sich damit auch die Frage, ob sie sich das noch antun wollen. Oder wie es Hener formuliert: „Ein 75-Jähriger wird diese Transformation im Regelfall nicht mehr durchführen. Irgendwann ist es vernünftiger, eine jüngere Generation an die Unternehmensleitung heranzulassen.“
Idealerweise sollte man fünf Jahre vorher darüber nachdenken, was man mit dem Unternehmen machen will.
Christian Hener, Managing Partner bei EO Austria
Die Transformation ist zudem keine reine Generationenfrage. Auch jüngere Eigentümer müssen entscheiden, ob sie notwendige Investitionen und strategische Veränderungen allein stemmen können oder einen Partner beziehungsweise Käufer benötigen. „Der Transaktionsmarkt 2026 ist ein Markt der Gegensätze: In Sektoren wie KI und Defense-Tech treffen viel Kapital und hohe Bewertungen auf wenige verfügbare Unternehmen, während Teile der traditionellen Industrie vor einer Restrukturierungswelle stehen“, erklärt dazu Farid Sigari-Majd, Partner in der Global M&A and Capital Group und Wiener Office Managing Partner von Freshfields. Die internationale Wirtschaftskanzlei zählt zu den führenden Adressen im Bereich Mergers & Acquisitions (M&A), also bei Unternehmenskäufen und -verkäufen. Die „notwendige Restrukturierungswelle“ zeigt sich für Sigari-Majd besonders deutlich in der heimischen Automobilzulieferindustrie. „Wir sehen den Anpassungsdruck bereits in konkreten Transaktionen. Hier gewinnt nicht der Höchstbietende, sondern der Schnellste und am besten Vorbereitete.“
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