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Konjunktur
Wenig Mut zu Börsengängen
Nach einem vielversprechenden Start ins Jahr 2026 führten neue geopolitische Spannungen und der weltweite Anstieg der Energiepreise zu einem deutlichen Rückgang auf dem IPO-Markt. Die Zahl der Börsengänge schrumpfte im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23 Prozent und lag mit 230 auf dem niedrigsten Stand seit sechs Jahren. Zuletzt waren im zweiten Quartal des Covid-Jahres 2020 mit 195 IPOs weniger Börsengänge registriert worden als im abgelaufenen Quartal. Das ist das Ergebnis des jüngsten IPO Barometers der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY. Obwohl deutlich weniger Unternehmen den Sprung aufs Parkett wagten, stieg das Emissionsvolumen deutlich um 36 Prozent auf 40,6 Milliarden US-Dollar. Der weltweit größte Börsengang des ersten Quartals fand in Europa statt: Der tschechische Munitionshersteller CSG erzielte bei seiner Erstnotiz an der Amsterdamer Euronext ein Platzierungsvolumen von 4,5 Milliarden US-Dollar. Martina Geisler, Partnerin und Leiterin IPO bei EY Österreich, erklärt: „Die erneute Eskalation im Nahen Osten hat die weltweiten IPO-Märkte spürbar unter Druck gesetzt.“ Am stärksten zugenommen hat die IPO-Tätigkeit in China. Die Börse Wien bekommt zwar kaum Nachschub, aber immerhin sorgte die volatile Marktlage zuletzt für eine rege Handelstätigkeit: Wien vermeldete die höchsten Quartalsaktienumsätze seit 15 Jahren.



