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Wagram DAC – die Heimat des Roten Veltliners
Leopold Blauensteiner aus Gösing war „Geburtshelfer“ für den Wagram DAC
© Weingut Blauensteiner/Monika Helm

Wein

Wagram DAC – die Heimat des Roten Veltliners

Weil neben dem Grünen Veltliner und der autochthonen Rarität, dem Roten Veltliner, auch noch eine bunte Vielfalt an Rebsorten zu finden ist, war es eine schwierige und langwierige Geburt, die dem DAC-Status voraus ging. Als „Geburtshelfer“ fungierte dabei Leopold Blauensteiner aus Gösing am Wagram.

Von Walter Kutscher

27.04.2022

Schließlich entschied man sich für den „Wachauer Weg“, der die klassische Herkunftspyramide mit Gebietswein, Ortswein und Riedenwein vorsieht, wobei die Sortenvielfalt bei Ersterem noch recht umfangreich erscheint. Beim Riedenwein fand eine Reduktion auf die drei Kernsorten Grüner Veltliner, Roter Veltliner und Riesling statt.
Geografisch erstreckt sich der Wagram von Krems nördlich der Donau flussabwärts und an das Kamptal anschließend. Südlich der Donau werden zudem die Weinorte des Tullnerfelds, aber auch Klosterneuburg zu der Weinregion Wagram gerechnet, die damit in Summe mehr als 2.400 Hektar Rebfläche umfasst.
Die Miteinbeziehung von Klosterneuburg darf als problematisch angesehen werden, sind doch Böden und Rebsorten den Wiener Lagen ähnlicher als den Wagramer Löss-Rieden.

Zwei Vereinigungen sind hier am Wagram aktiv. Als ältere darf sich die ­„Wagramer Selektion“ bezeichnen, wo u. a. die Weingüter Stefan Bauer, Benedikt, Direder, Greil, Urbanihof und der Weinhof Waldschütz für vinophile Entdeckungen bereitstehen. Als Obmann fungiert Bernhard Ecker vom Eckhof in Mitterstockstall. Zu den „Weingüter Wagram“ gehören neben Obmann Franz Leth u. a. Josef Fritz (Zaussenberg) und die Familie Bauer (Großriedenthal). Abseits dieser Gruppen sind speziell Bernhard Ott und Anton Bauer (beide in Feuersbrunn zu Hause) einen Besuch wert.

Gastronomische Tipps und eine Landschaft, die nicht nur der Weinseele Wohlempfinden vermitteln kann, lassen den Wagram – ob mit oder ohne DAC – zum Refugium für hedonistische Exkursionen werden.

Weine des Monats

© Villa Liverzano, Weinbau Fink&Kotzian, Weingut Familie Strehn, Weingut Muster, Winzerhof Familie Dockner/WWW.POV.AT, Weingut Blauensteiner/Monika Helm

(von links nach rechts):

Roter Veltliner 2020 Fumberg
(9,50 Euro): 13,5% Alk./Schraubverschluss
Ringlotten und pink Grapefruit sowie ein Hauch von Rhabarber finden zueinander; reif und pikant, saftiger Spannungs­bogen, Tiefgründigkeit mit Animationseffekten.
Weingut Blauensteiner
3482 Gösing am Wagram, Obere Zeile 12, Tel. 02738/21 16
leopold@blauensteiner.com, www.blauensteiner.com


Grüner Veltliner Frauengrund 2021
(9 Euro): Krems­tal DAC: 12,5% Alk./Schraubverschluss
Nussige Würze vor verspielter Kernobstfrucht; bringt die Quadratur des Veltliner-Kreises: reif und cremig in der Textur, dazu Säurepikanz mit spannender Balance.
Winzerhof Familie Dockner
3508 Höbenbach, Ortsstraße 30, Tel. 02736/72 62
winzerhof@dockner.at, www.dockner.at


Sauvignon Blanc 2019 Ried Grubthal
(44 Euro): 13,5% Alk./Glasverschluss
Vielschichtige Aromatik mit Tomatenblättern und wildem Salbei, dazu ein Hauch von Holz; wohldosierte Kraft und elegante Extraktsüße, sortentypischer, langer Terroir-Nachhall.
Weingut Muster
8462 Gamlitz, Grubtal 14, Tel. 03453/23 00
weingut@muster-gamlitz.at, www.muster-gamlitz.at


Blaufränkisch BIO Rosé 2021 „Der Elefant im Porzellanladen“
(21,50 Euro): 13% Alk./Naturkork
Trockenfrucht mit röstig-toastiger Hülle, Kirsche, Brotrinde und Pumpernickel; Extraktsüße, Wärme und beachtliche Länge; vielseitiger Partner beim Foodpairing.
Weingut Familie Strehn
7301 Deutschkreutz, Weinbergweg 1, Tel. 0664/163 65 70 (Pia Strehn)
office@strehn.at, www.strehn.at


O.T. 2020 Pinot Blanc/Chardonnay
(9 Euro): 12,5% Alk./Schraubverschluss
Zeitlose Frische mit viel Frucht und zartem Würzehauch; von kerniger, stets animierender Säure geprägt, saftig und reif, macht Spaß und zeigt viel Niveau.
Weinbau Fink&Kotzian
3730 Eggenburg, Gauderndorf 40, Tel. 0664/390 26 02
christian@weinfink.at, www.weinfink.at


„300“ Trecento Metri 2019 Ravenna IGP
(17 Euro): Sangiovese: 14% Alk./Naturkork
Erdig-würzig mit Kirsch und Kern, Zimt und Beerenfrucht, noch jugendlich-euphorisch konzipiert; reifer Tannin­einsatz, voll fruchtig, zeigt fordernde und strukturierte Züge.
Villa Liverzano
48013 Brisighella (Ravenna)
info@liverzano.it, www.liverzano.it

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