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Inselträume

Trauminseln unter südlicher Sonne

Je kälter der Winter, umso größer werden Fernweh und die Sehnsucht nach Sonne, Strand und Palmen. GEWINN hat sich umgehört, welche Trauminseln jetzt wieder problemlos bereist werden können. Die besten Tipps.

Von Claudia Jörg-Brosche und Erich Brenner

01.12.2021
Einige Resorts der Malediven laden auch auf hoteleigene Robinson-Crusoe-Inseln ein© Visit Maledives

Bereits beim Anflug auf den Flughafen Malé offenbart sich die ganze Schönheit des Inselstaates Malediven: wie eine verschmitzte Laune der Natur liegen im tiefen Blau des Indischen Ozeans verstreut unzählige kleine, runde oder ovale Flächen in allen erdenklichen Türkis-, Blau-, Smaragd- und Grüntönen, stets umkränzt von weißen Ringen. Es wirkt, als ob der liebe Gott bei der Erschaffung der Malediven im Übermut eine große Ladung Seifenblasen über den Ozean blies und diese zu Korallenriffen und Eilanden erstarren ließ.

Die Republik Malediven besteht aus 1.192 Eilanden und 99 Prozent Wasser. Rund 220 der Inseln sind bewohnte „local islands“, 150 gehören als Resort-Inseln den Touristen. Jede Insel verfügt über eine flache Strandlagune, umgeben von einem oder mehreren Korallenriffen. Hier finden Schnorchler und Taucher eine faszinierende Unterwasserwelt mit allen Fischbekannten aus „Findet Nemo“. Badenixen freuen sich über ganzjährige Wassertemperaturen zwischen 27 und 30 Grad. Dieses Paradies ist in der Gunst der Winterflüchtlinge zurück: Bis Oktober 2021 kamen 923.000 Touristen, bis Ende des Jahres werden es rund eine Million werden (2019 kamen 1,7 Millionen).

Für Fernwehgeplagte auf der Suche nach Badefreuden und Entspannung unter Palmen gibt’s eine gute Nachricht: Die beliebtesten, einfach erreichbaren Warmwasserziele haben (derzeit) wieder „geöffnet“. Die Reisebranche freut sich über stetig steigende Buchungszahlen. „Derzeit haben wir die Fernreisekapazitäten im Vergleich zu 2019/2020 um etwa die Hälfte runtergefahren“, sagt Helga Freund, Geschäftsführerin von Ruefa. „Alle angebotenen Destinationen ­können unter Einhaltung der geltenden Einreisebestimmungen derzeit prob­lemlos bereist werden“, so Helga Freund.
„Ein wichtigeres Buchungskriterium ist die Erreichbarkeit“, ergänzt Pat­rik Weitzer, Geschäftsführer von GEO Reisen. „Je einfacher erreichbar, umso beliebter ist eine (Insel-)Destination“ (siehe Kasten). Auch kulante und transparente Storno- bzw. Umbuchungsbedingungen spielen naturgemäß eine große Rolle. Wer weiß, wie schnell sich die Situation wieder ändert. Doch hier sind alle großen Reiseveranstalter gut aufgestellt.

Auf der Hitliste der Trauminseln führen mit großem Abstand die Malediven, weiters gefragt sind Mauritius, die Seychellen, Sansibar, die Dominikanische Republik sowie die Inseln von Thailand und Mexiko (ja, auch Mexiko hat Inseln! – siehe unten und Angebotstabelle). Auch die Sehnsuchtsziele der Südsee können jüngst wieder bereist werden. Für Indonesien, die Philippinen, Australien und Neuseeland ist die touristische Einreise nach wie vor praktisch unmöglich.

Trauminseln im Indischen Ozean

„Das Angebot speziell für die Malediven ist riesig und eignet sich für jede Brieftasche, bis hin zu abgehobenem Luxus“, weiß Harald Kraus von Kuoni. Die paradiesische Inselwelt ist mit einem Neun-Stunden-Nachtflug der Austrian Airlines nonstop ab Wien einfach erreichbar. Die Resort-Eilande entsprechen genau exotischen Inselträumen mit weißen Sandstränden unter Kokospalmen, glasklarem Meer und tropischer Vegetation. Das finden ­Gäste etwa im Fihalhohi Island Resort im South Male Atoll (www.fihalhohi.com.mv). Die sanfte Lagune wird von Riffen geschützt – hier warten 50 Tauchgebiete mit Steilwänden, Höhlen, Wracks und farbenprächtiger Unterwasserfauna.

Abgehobenen Luxus bietet Soneva Fushi im Baa Atoll (www.soneva.com/resorts/soneva-fushi): Hier gibt es – neben Suiten und Villen überwiegend mit eigenem Pool – fünf Restaurants mit Michelin-Sterne-Köchen, eine Sternwarte, den edlen Six Senses Spa, privaten Yachtcharter usw. Brandneu ist das erste Fine-Dining-Zipline-Erlebnis der Welt, eine Restaurant-Plattform in luftiger Höhe über den Palmen. „Flying Sauces“ verbindet Weltklasse-gastronomie mit dem Nervenkitzel einer 200 Meter langen Flying-Fox-Seilrutsche.

Mauritius, auch „Perle des Indischen Ozeans“ genannt, wird ebenfalls nonstop ab Wien angeflogen. Dieses Sehnsuchtsziel schlechthin ist als „World’s Most Romantic Destination“ ausgezeichnet und gewinnt regelmäßig „World Travel Awards“ (den Oscar der Reisebranche). Großer Vorteil: Die Zeitumstellung zu uns beträgt im Winter nur drei Stunden. Zu den 58 Traumstränden bietet Mauritius botanische Gärten, historische Städte, den Naturpark L’Etoile als grünes Herz, die Inselhauptstadt Port Louis mit dem ältesten Opernhaus der Südhalbkugel (aus 1822) und dem berühmten Briefmarkenmuseum für die „Red Penny“ und „Blue Penny“.

Sansibar im Osten vor Afrika war einst wichtiger Umschlagplatz im Gewürz- und Sklavenhandel und gefällt heute mit Exotik, viel Geschichte und Kulturerbe. Besonderheit hier sind Gewürzplantagen, bunte Märkte und die morbide Inselhauptstadt Stone Town – Geburtsort von Queen-Sänger Freddie Mercury.

Der Archipel der Seychellen besteht aus 73 Korallen- plus 42 Granitinseln. Wer sich nicht auf ein Eiland beschränken möchte, erlebt beim Inselhüpfen (z. B. auf dem nostalgischen Segelschiff „Sea Pearl“) die vielfältige Schönheit des Inselstaates.

Trauminseln

Karibik- und Südseeträume

Erfreulicherweise können seit Kurzem auch wieder die Karibik sowie die Südsee bereist werden. In der Karibik erfreut sich die einfach erreichbare Dominikanische Republik mit den Badedestinationen rund um die drei Flughäfen Punta Cana, Puerto Plata und Santo Domingo wachsender Beliebtheit. Noch ein Geheimtipp ist die mexikanische „Isla Bonita“ Holbox vor Yucatán zwischen dem Golf von Mexiko und der Karibik (Zielflughafen Cancun).

Nach eineinhalb Jahren Zwangspause dürfen nun endlich wieder die Royal Clipper und die Star Flyer in die Karibische See stechen (www.starclippers.com): Diese beiden Großsegler sind nostalgische historische Schiffe (revitalisiert bzw. Nachbau) mit vier oder fünf Masten und rund 4.500 Quad­ratmeter weißer Segelfläche. Die beiden stolzen Windjammerschiffe sind ein herrlicher Anachronismus zur hohen See, Seefahrerromantik paart sich mit modernster Navigationstechnik. Die maximal 220 Passagiere erleben jeden Tag eine andere Karibik-Insel. Die Corona-Bestimmungen sind streng: 2G-Regel und PCR-Test (jünger als 72 Stunden) bei der Einschiffung sowie Maskenpflicht im Schiffsinneren, nicht aber im Restaurant.

Mit der Öffnung der USA ist nun auch wieder der Weg in die Südsee frei, denn die Anreise nach Französisch Polynesien (Tahiti) erfolgt zumeist über Los Angeles. Endlich da, entschädigt Inselhüpfen der anderen Art für die lange Anreise: Das Frachtkreuzfahrtschiff Aranui 5 (www.aranui.com/de) transportiert auf seinen zweiwöchigen Rundtouren in erster Linie Waren auf die Inseln der sechs Archipele (inklusive der entlegenen Marquesas), nimmt aber auch rund 200 Kreuzfahrtgäste mit. Schiffsladung wie Passagiere werden von den Einheimischen stets mit einem Volksfest empfangen. Südsee-Exotik pur wie zu Paul Gauguins Zeiten.
 

Überblick Traumdestinationen für die Inselflucht

Einfache Erreichbarkeit (ab Wien) und Voraussetzungen für Einreise ohne Quarantäne. Stand Anfang
November 2021, die Bestimmungen können sich jederzeit ändern; qualifizierte Reisebüros wissen tagesak­tuell Bescheid; mehr auch auf www.bmeia.gv.at/reise-services/laender sowie www.billareisen.at/coronavirus.

Malediven
Flugverbindungen: direkt mit Austrian Airlines (bis dreimal wöchentlich); einmal umsteigen: Condor oder Lufthansa (via Frankfurt), Emirates (Dubai), Qatar Airlines (Doha).
Corona-Einreisebestimmungen:
Visum und negativer PCR-Test (jünger als 96 Stunden), Temperaturmessung bei Ankunft, Stichproben-PCR-Testungen; weiters Buchungsbestätigung für Unterkunft und Rückflug.

Mauritius
direkt: Austrian (bis dreimal wöchentlich); einmal umsteigen: Condor (Frankfurt), Emirates (Dubai), Turkish Airlines (Istanbul).
Einreise: 2G (genesen, geimpft) plus negativer PCR-Test (jünger als 72 Stunden), weitere PCR-Tests bei Ankunft und am fünften Tag, Reisekrankenversicherung mit Covid-Abdeckung.

Seychellen
einmal umsteigen: Condor (Frankfurt), Emirates (Dubai), Turkish Airlines (Istanbul).
Einreise: PCR-Test jünger als 72 Stunden, Registrierung, Covid-Reisekrankenversicherung. Achtung: Österreich war bis vor Kurzem „permitted country“, das kann sich schnell ändern.

Sansibar
einmal umsteigen: Swiss (Zürich), Qatar Airlines (Doha).
Einreise: PCR-Test (jünger als 72 Stunden), Online-Registrierung.

Dominikanische Republik
einmal umsteigen: Lufthansa oder Condor (Frankfurt), Air France (Paris).
Einreise: verstärkte Gesundheitskontrollen am Flughafen (Isolierstation bei Verdacht auf Corona-Infektion), elektronisches Formular bei Ein- und Ausreise.

Mexiko/Cancun (mit Insel Holbox)
direkt: Austrian; einmal umsteigen: Condor oder Lufthansa (Lufthansa).
Einreise: 3G, aber kein Nachweis erforderlich (mitunter bei den Airlines). Empfohlen: Buchungsbestätigung Rückflug und Unterkunft, Nachweis ausreichender finanzieller Mittel (sonst droht Einreiseverweigerung).

Thailand
(Inseln Phuket bzw. Koh Samui)
einmal umsteigen: Phuket mit Qatar Airways (Doha), Koh Samui mit Austrian (Bangkok) und Bangkok Airways.
Einreise: „Phuket Sandbox Modell“ und „Samui Plus“ nur für vollständig Geimpfte, PCR-Test (jünger als 72h), Covid Reisekrankenversicherung.

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