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Was ist eigentlich der Multiplikatoreffekt?
GEWINN erklärt die wichtigsten Begriffe aus ­Wirtschaft und Börse in einfachen Worten.
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Wirtschaft und Börse – einfach erklärt!

Was ist eigentlich der Multiplikatoreffekt?

So können Staatsausgaben mehr bringen, als sie kosten.

Von Martin Mayer

24.06.2025
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Wenn der Staat der wirtschaftlichen Entwicklung etwas unter die Arme greifen möchte, kann er entweder seine Ausgaben erhöhen oder der Bevölkerung über Steuererleichterungen mehr Netto vom Brutto in der Geldbörse lassen. In beiden Fällen geht man davon aus, dass die dadurch angeregte Steigerung des Volkseinkommens größer ist als die eingesetzte Geldmenge. Wie kommt es aber zu dieser wundersamen Geldvermehrung?

Angenommen, der Staat investiert in den Ausbau des Stromnetzes und vergibt den Auftrag an eine lokale Baufirma, die damit ihren Umsatz steigern kann. Gleichzeitig wird auch die Baufirma für die Erledigung neue Arbeitsplätze schaffen. Diese neuen Jobs steigern das Einkommen der Haushalte in der Region, wovon ein Teil wieder für Konsum oder Investitionen ausgegeben wird, was wiederum die Umsätze von Unternehmen steigert und neue Arbeitsplätze schafft. Auf diese Art stößt eine Investition des Staats mehrere Runden in diesem Ausgabenkreislauf an. Das Einkommensplus in der Region ist durch diesen Multiplikatoreffekt höher als die ursprünglichen Staatsausgaben.

Wie gut der Multiplikatoreffekt wirkt, hängt von verschiedenen Faktoren ab:
1. Konsum und Investitionen: Nutzen die Menschen das zusätzliche Einkommen für Konsum oder Investitionen oder landet es auf dem Sparbuch? Denn je mehr von dem Geld ausgegeben wird, desto stärker steigert es das Einkommen in der Volkswirtschaft.

2. Import: Je mehr von dem Geld im Inland ausgegeben wird, desto größer ist die positive Wirkung auf die heimische Wirtschaft. Bestellt man sich damit Waren aus dem Ausland, bleibt davon wenig im Inland hängen.

3. Verdrängung: Manchmal kommt es vor, dass der Staat mit seinen Investitionen auch private Investitionen verdrängt. Das liegt daran, dass staatliche Mehrausgaben längerfristig die Einkommen, dann in der Folge die Preise und damit die Zinsen steigen lassen. Und höhere Zinsen halten private Investoren möglicherweise von ihren Projekten ab.

Einig sind sich Experten auch darüber, dass staatliche Mehrausgaben für Bildung, Forschung und Entwicklung längerfristig viel nachhaltigere Wirkung zeigen als etwa Bautätigkeiten oder die Anschaffung von Rüstungsgütern.

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