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„Sind angetreten, um Steuern zu senken, nicht zu erhöhen.“ © Ernst Kainerstorfer

Interview mit Finanzminister Magnus Brunner

„Sind angetreten, um Steuern zu senken, nicht zu erhöhen.“

Erst die Pandemie, dann der Ukraine-Krieg und schließlich eine galoppierende Inflation – kein leichtes Umfeld für einen Finanzminister. Doch Magnus Brunner, Vorarlberger nicht nur von der Herkunft, sondern auch von der nüchternen Analyse her, zeigt sich gelassen: Mit dem Anti-Inflations-Plan hat die Regierung ein Sechs-Milliarden-Ding präsentiert, das vor allem in Wirtschaftskreisen durchaus Anklang gefunden hat.

Von Georg Wailand

29.06.2022
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Magnus Brunner im Gespräch mit Georg Wailand
Magnus Brunner im Gespräch mit Georg Wailand.© Ernst Kainerstorfer

Der Finanzminister hat GEWINN-Herausgeber Georg Wailand auch die Hintergründe der Entscheidungen und Hilfen erläutert. Fazit: Es ist ein Mehrstufenplan, der bis 2026 angelegt ist und insgesamt eine Entlastung von 28 Milliarden Euro bringen soll. Und, ganz wichtig: Die Wirtschaft soll dabei in vollem Schwung bleiben.

GEWINN: Klotzen, und nicht kleckern, so hat ein Wirtschaftsforscher das Anti-Inflations-Paket bezeichnet. Manche sagen: Das ist verdammt viel Geld, Österreich wird sich das nicht leisten können, und deshalb werden wieder Steuererhöhungen kommen.

Brunner: Irrtum. Wir sind angetreten, um Steuern zu senken, und nicht, um sie zu erhöhen, das macht doch keinen Sinn.

GEWINN: Aber wie soll sich das ausgehen? Darum fordern manche eine Vermögensteuer, andere wiederum eine Millionärsabgabe – was sagen Sie dazu?

Brunner: Dass wir das so auch schaffen. Wir haben das alles durchgerechnet. Bitte sehr: Unsere Verschuldensquote steigt von 80 Prozent jetzt durch das Anti-Inflations-Paket auf 81 Prozent, also um einen Prozentpunkt.

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