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Pimp my Smartphone
Vorreiter Ryobi nutzt das vorhandene Smartphone und bietet Messgeräte als ­Aufsetzlösung an, Entfernung, Temperatur etc. sind sofort auf dem Handy verfügbar
© Ryobi

Smartphone-Erweiterungen

Pimp my Smartphone

Vor allem die Anbindung an die Cloud und die Speicherung bzw. Weitergabe von Daten ­machen Zusatzwerkzeuge fürs Smartphone interessant.

Von Herwig Wöhs

06.01.2022

Smarte Zusatzgeräte für das Smartphone messen Entfernung, Feuchtigkeit oder Temperatur, lesen Betriebsdaten aus dem Auto aus und vermessen eine Baustelle. Für den ambitionierten Handwerker gibt’s zum Smartphone Kreuzlaser, Feuchte- oder Entfernungsmesser. Die Handykamera kann zum Teleobjektiv aufgerüstet oder als Mikroskop, zur Messung von Radioaktivität oder zur Analyse der Qualität des Spermas genutzt werden.
Der Werkzeughersteller Ryobi z. B. setzt mit der Serie Phone Works auf die Interaktion von Heimwerkermessgeräten mit dem Smartphone. Zur Verfügung stehen z. B. ein Materialfeuchtemessgerät (63 Euro), ein Inf­rarotthermometer (89 Euro), ein Laserentfernungsmesser oder eine Inspektionskamera (jeweils 116,90 Euro), die alle mit einer kostenlosen App genutzt werden (Registrierung erforderlich). Der Vorteil zu Stand-alone-Geräten ist die Nutzung der Messwerte mit Bildern und Videos der Baustelle oder des Werkstücks oder die Nutzung in Notizen und Sprachmemos. Dazu kommen die Speicherung und Bearbeitung und das Teilen per SMS, E-Mail oder in sozialen Netzwerken. So kann für einen Maler die auszumalende Fläche schnell und einfach aus­gerechnet werden. Der TFA Smarty benötigt eine Klinkenbuchse, in die eingesteckt er dann Feuchtigkeit und Temperatur mit einem Grad Genauigkeit misst.

Für den interessierten Autofahrer ein Muss . . .

. . . ist der Einsatz eines ODB2-Bluetooth-Moduls, das, an der normierten ODB2-Schnittstelle des Fahrzeugs angeschlossen, live die Betriebsdaten ans Handy übermittelt und diese dann in einem Cockpit darstellt. Ab 20 Euro gibt es „Chinesenware“, aber auch Hersteller wie Mercedes bieten Nachrüstlösungen (Mercedes ME ab 69 Euro). Pannen- und Hilfsdienste wiederum nutzen die ODB2-Schnittstelle samt Smartphone-App, um etwa Fehler­codes auszulesen und den Fahrer zu warnen oder bei einem Unfall und Auslösung des Crashsensors automatisch einen Notruf abzusetzen. Hobby­bastler nutzen solche Lösungen, um z. B. Fehlercodes zurückzusetzen.

Aufsatzobjektive

Mit einem Aufsatzobjektiv kann das Smartphone für die Aufnahme entfernter Gegenstände aufgerüstet werden. Zwar besitzen moderne Smart­phones schon Telelinsen, für die Wildtierbeobachtung oder für Landschaftsaufnahmen kann eine weitere z. B. 30-fache Vergrößerung für tolle Aufnahmen sorgen. Die Televorsätze sind meist für mehrere Kameramodelle geeignet, universelle Adapter sorgen für die notwendige Lichtdichtigkeit. Wer mit einem Putztuch für Sauberkeit und Schlierenfreiheit sorgt, bekommt auch passable Aufnahmen. Allerdings ist die Aufnahmequalität im Vergleich zu (mehrere tausend Euro) teuren Teleobjektiven, wie man sie von Sportereignissen kennt, eingeschränkt. Vor allem zum Rand hin verzerren die Linsen und man verliert an Schärfe.

Mikroskopvorsätze wiederum erweitern die Funktionalität eines Smartphones in die Gegenrichtung und machen kleinste Objekte sichtbar. Gegenüber einem klassischen Mikros­kop ist auch hier der Vorteil der Weiterverarbeitbarkeit der Bilder ein Argument für den Zusatz. Und auf der Kostenseite erspart man sich die notwendige Elektronik – das Handy ist ja immer dabei.
Eine besondere Art des Mikroskopierens bietet der Zusatzaufsatz von YO, mit dem der männliche Samen auf seine Qualität überprüft werden kann. Konkret berechnet die App den Anteil an beweglichen Spermien, die ja für eine Befruchtung notwendig sind.

Mit Zusatzgeräten können Betriebsdaten eines Kfz via OBD2-Schnittstelle ausgelesen, die ­Qualität des männlichen Spermas gemessen oder die Maße eines Bauwerks oder Materialhaufens erfasst werden. Das Smartphone kann zum Teleskop, zum Temperatur-/Feuchtigkeitssensor oder zum ­Mikroskopaufge­rüs­tet werden (Abb. im Uhrzeigersinn)© Phonescope, beckham, Yo, tfa, Chronius, viDoc

Auf Baustellen

Neben Spiel- und Spaßanwendungen wird das Smartphone auch für die ­professionelle Digitalisierung am Bau eingesetzt. Dabei unterstützt das Lasermesssystem von Vigram mit dem Aufsatzmodul ViDoc (derzeit nur für Apple-iPhones oder -iPads) die genaue Vermessung von fotografierten Objekten. Das System erzeugt aus den Aufnahmen des Smartphones mit Laservermessung eine zentimetergenaue Datenwolke zur Erzeugung eines 3D-Modells. Aber nicht laut Bauplan, sondern – wie gebaut – ideal zur Baudokumentation. Ein Schüttkegel einer Straßentrasse ist in weniger als 30 Minuten digitalisiert und die Daten in der Cloud sind für alle Baubeteiligten nutzbar.

Wer nicht mehrere Hundert Euro für einen Geigerzähler zur Messung der Radioaktivität ausgeben will, braucht nur die Android-App Radioactivity Counter (ab 1,79 Euro) und ein dunkles Abdeckband, das über die Kameralinsen geklebt wird. Dann kann einfach die Strahlenbelastung gecheckt werden, wo man sie kaum erwartet: auf Interkontinentalflügen in großer Höhe, rund um medizinische Geräte oder bei alten Kameras mit Thoriumlinsen oder einfach die Schwammerln im Wald.

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