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Pensionisten zurückholen
Officemanagerin Susanne Zalka verdient in der Pension geringfügig dazu. Die Stunden weiter aufzustocken, rechnet sich für sie nicht.
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Arbeiten in der Pension

Pensionisten zurückholen

Manchmal kommen sie wieder: Wegen des Fachkräftemangels wollen einzelne ­Unter­nehmen ihre Ruheständler reaktivieren. Für die muss sich das lohnen.

Von Andrea Lehky

28.03.2023
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Warum soll eine pensionierte Lohnverrechnerin nicht wieder stundenweise Personal abrechnen? Das dachte Klaudia ­Bachinger, als sie 2017 ihre Jobplattform WisR (ausgesprochen: weiser) gründete. Ihre Idee, „motivierte Ta­lente ab 59 plus für Projekte, Teilzeit und Minijobs“ zu vermitteln, schlug ein. Bald hatte die heute 36-Jährige 7.000 Arbeitswillige in ihrer Datenbank. Die Medien feierten sie als Lösung gleich dreier Probleme: Fachkräftemangel und Know-how-Verlust bei den Unternehmen sowie Sinnsuche nach der ­Erwerbskarriere bei den ­Senioren.

2021 musste Bachinger zusperren. „Mit der Pandemie waren Ältere von ­einem Tag zum anderen eine stigmatisierte Risikogruppe.“ Man hört ihr die Frustration an. Bis heute, meint sie, könnten es Unternehmen kaum erwarten, ihre treuen und vorgeblich teuren Babyboomer gegen vermeintlich billige und willige Junge auszu­tauschen. Die fänden sie aber nicht, ­also schraubten sie die Gehälter der Jungen in lichte Höhen und überböten einander im Wettbewerb um die gefälligsten Arbeitsbedingungen. Auf die per se leistungsorientierten Baby­boomer zurückzugreifen – auf diese Idee kämen sie nicht. „Wir haben uns ­aufgerieben in der Aufklärungsarbeit. Bis wir müde waren.“

Immerhin, ein paar Leuchtturmprojekte fallen ihr ein. Typischerweise, ätzt sie, hatten diese Unternehmen männliche Personalchefs: „Die setzen sich durch.“ Bachinger nennt AVL, ­Magna, Saubermacher, die Erste Bank und deren Tochter, die Zweite Sparkasse. Alle investierten in einen ­wertschätzend begleiteten Pensionsübergang, erhielten die Treugedienten als Markenbotschafter und holten sie bei Bedarf zurück. Bachingers WisR gibt es nicht mehr, auf das ­Thema ist heute vor allem Leopold Stieger mit seinen Seniors4Success spezialisiert.

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