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Online-Supermärkte – was die neuen Anbieter können © Markus Murlasits

Strategie: Online-Supermärkte

Online-Supermärkte – was die neuen Anbieter können

Gurkerl, Alfies und Mjam, aber auch Billa, Spar und Hofer – eine Vielzahl an Unternehmen in Österreich stellt Lebensmittel zu. Wer macht es auf welche Art? Wer liefert wohin? Und wer verlangt wie viel? Wir haben die Details.

Von Michaela Schellner

31.03.2022
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Sie sprießen wie die Schwammerln aus dem Boden – Lebensmittellieferdienste. Allein in den letzten beiden Jahren witterten zahlreiche Anbieter das große Geschäft im Online-Handel mit Brot, Milch und anderen Waren des täglichen Bedarfs. Die Zugänge zum Thema sind vielfältig. Die einen setzen auf eine blitzschnelle Zustellung innerhalb von zehn bis 15 Minuten (z. B. Flink, Mjam Market), die anderen auf ein zugespitztes Sortiment, etwa ­regionale, nachhaltige Produkte, Getränke oder Frühstück (z. B. Markta, Adamah, Dondurst, Hausbrot), und wieder andere auf ein größeres Portfolio und einen starken Servicefokus, wie etwa gurkerl.at. Das Tochterunternehmen der mit über einer Milliarde US-Dollar bewerteten tschechischen Rohlik Gruppe ist seit Dezember 2020 in Österreich aktiv. Das Ziel lautete damals wie heute: der umsatzstärkste Online-Lebensmittelhändler in Österreich zu werden. Eine Kampfansage auch an die klassischen Supermärkte, wo derzeit Billa und Unimarkt österreichweit sowie Interspar (betreibt einen eigenen Lebensmittel-Shop sowie weinwelt.at), Hofer und MPreis regional liefern. Gurkerl.at-Geschäftsführer Maurice Beurskens prognostiziert für das bis April 2022 laufende Geschäftsjahr jedenfalls einen Umsatz von 50 Millionen Euro. Billa hat man damit laut Branchenexperten noch nicht eingeholt, wenngleich die Rewe-Tochter selbst keine offiziellen Zahlen nennt.

Covid pusht Angebot

Grundsätzlich ist der Ansatz der Lebensmittelzustellung nicht neu. Zu den Pionieren zählt das Unternehmen Hausfreund, das bereits 2001 mit dieser Geschäftsidee losgelegt hat. Erwähnenswert sind weiters die 2009 als Online-Bauernmarkt gestartete Plattform myproduct.at (ist mittlerweile unter das Dach von Lebensmittelgroßhändler Kastner gewandert) oder der Lieferservice Alfies mit Markteintritt 2015. Neuen Schwung in den Markt gebracht hat die Corona-Pandemie samt Gastro-Schließungen und Home-Office. Laut E-Commerce-Studie 2021 von KMU Forschung Austria und dem österreichischen Handelsverband kaufen elf Prozent der Österreicher Lebensmittel online ein. Damit handelt es sich zwar nach wie vor um eine Nische, die aber wächst. Die Erhebung zeigt weiters, dass etwa zwei Prozent der gesamten Konsumausgaben für Lebensmittel online ausgegeben werden. Der Wert dürfte sich aber auch unabhängig von Covid auf bis zu zehn Prozent erhöhen, wie mit Geschäftsführer Wolfgang Richter vom unabhängigen Marktforschungsinstitut Regiodata Research ein weiterer Experte prognostiziert. Denn viele Konsumenten haben die Vorteile der Online-Bestellung schätzen gelernt. Die Zeitersparnis und dass jemand anderes die Einkäufe schleppt, sind nur zwei zu nennende.

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