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KI im Klein­betrieb
Wolfgang Schinnerl, Inhaber der gleichnamigen Tischlerei: „Am Ende geht es nicht darum, mehr Technik zu haben, sondern wieder mehr Zeit für das eigentliche Arbeiten.“
© Reparaturtischlerei Schinnerl

KMU: Einsatz von KI-Tools

KI im Klein­betrieb

Künstliche Intelligenz ist nicht nur ein Thema für Großkonzerne. Auch kleine Betriebe können davon profitieren – oft mehr als gedacht. Entscheidend ist, dort anzusetzen, wo im Alltag Zeit verloren geht.

Von Angelika Kraft

28.04.2026
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In der Reparaturtischlerei Schinnerl (Steiermark) hat sich der Arbeitsalltag spürbar verändert. „Bei uns übernimmt KI seit einiger Zeit drei wesentliche Aufgaben, die früher viel Zeit gekostet haben“, sagt Inhaber Wolfgang Schinnerl. E-Mails werden automatisch sortiert und mit fertigen Antwortvorschlägen vom Angebot bis zur Lieferantenanfrage versehen. Eingangsrechnungen erkennt das System selbstständig, kategorisiert sie und bereitet sie für die Buchhaltung auf. Zusätzlich greift das Team auf eine digitale Wissensdatenbank zu, in der Montageanleitungen, Herstellerunterlagen und Erfahrungen aus früheren Projekten gespeichert und per Chatfunktion abrufbar sind. „Wir verlieren keine Kundenanfrage mehr, weil eine E-Mail untergegangen ist“, so Schinnerl zum neuen Arbeitsalltag. Die Buchhaltung, die früher Stunden gedauert hat, ist jetzt in einem Bruchteil der Zeit erledigt. Und auch auf der Baustelle zeigt sich der Vorteil: Technische Fragen lassen sich direkt und ohne Rückruf im Büro klären. „Unsere Monteure tippen ihre Frage ins System und bekommen sofort die richtige Anleitung.“

Produktivität statt Spielerei

Was in der Tischlerei mit 40 Mitarbeitern funktioniert, lässt sich auf viele Branchen übertragen. „Den größten Nutzen sehe ich bei operativen Kernprozessen, also dort, wo täglich Zeit verloren geht“, sagt KI-Berater Hermann Felbinger. Gemeint sind Aufgaben, die zwar notwendig sind, aber keinen direkten Mehrwert schaffen: Dokumentation, Angebotslegung, Rechnungswesen oder interne Abstimmungen. Ein Installationsbetrieb, den Felbinger betreut, hat seinen Angebotsprozess neu organisiert. Der Monteur dokumentiert vor Ort mit Fotos und Sprachnotizen, die KI erstellt daraus automatisch einen strukturierten Bericht inklusive Materialrecherche. „Was früher Stunden gedauert hat, ist heute binnen weniger Minuten erledigt“, so Felbinger.

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