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Drei Fragen an Franz Viehböck, Sonja Zimmermann und Claudia Descovich
„Unser Ziel ist nicht Wachstum um jeden Preis“
Die Berndorf-Gruppe zählt mit mehr als 2.200 Mitarbeitern und acht spezialisierten Geschäftsfeldern zu den vielseitigsten Industrieunternehmen Österreichs. Im GEWINN-Kurzinterview geben Berndorf-AG-CEO Franz Viehböck, Aufsichtsratsvorsitzende Sonja Zimmermann und Berndorf-Immobilien-Vorständin Claudia Descovich Einblicke in die Entwicklung der Unternehmensgruppe, aktuelle Herausforderungen und die Chancen, die sich durch neue Technologien wie den 3D-Druck eröffnen.
GEWINN: Wenn der Name Berndorf fällt, denken die meisten Menschen wohl an Besteck. Wofür steht die Berndorf-Gruppe heute noch?
Franz Viehböck: Das Besteck ist zwar nach wie vor ein wichtiger Teil unserer Geschichte, die Berndorf AG ist heute aber eine international tätige Industriegruppe mit acht hochspezialisierten Geschäftsfeldern. Wir entwickeln und produzieren unter anderem Industrieöfen, Automatisierungslösungen, Hochleistungsstahlbänder, Werkzeugbausysteme oder Anlagen für die Verfahrenstechnik. Mit mehr als 2.200 Mitarbeitern und über 90 Prozent Auslandsumsatz sind wir weltweit aktiv. Gemeinsam ist all unseren Unternehmen ein hoher Technologie- und Engineering-Anteil.
GEWINN: Die Industrie steht unter Druck. Wie zufrieden sind Sie mit der aktuellen Geschäftsentwicklung und wie stellen Sie sich für die Zukunft auf?
Sonja Zimmermann: Dank unserer breiten Aufstellung sind wir stabil unterwegs, dennoch werden die Herausforderungen größer. Bürokratie, hohe Energiepreise und der internationale Wettbewerb belasten Europas Industrie zunehmend. Gleichzeitig sehen wir große Chancen in Zukunftsfeldern wie Energietechnologien, anspruchsvoller Wärmebehandlung oder neuen Engineering-Anwendungen. Unser Ziel ist nicht Wachstum um jeden Preis, sondern technologische Führungspositionen und langfristige Ertragsstärke. Dabei hilft uns auch, dass die Gruppe schuldenfrei ist und dadurch strategisch sehr flexibel agieren kann.
GEWINN: Dank 3D-Druck wird Berndorf-Besteck wieder in Österreich produziert. Warum ist das so bemerkenswert?
Claudia Descovich: Weil wir damit die Wurzeln der Marke mit modernster Technologie verbinden. Die klassische Besteckfertigung in Österreich war wirtschaftlich nicht mehr konkurrenzfähig. 3D-Druck eröffnet uns nun die Möglichkeit, hochindividualisierte Kleinserien und sogar Nachdrucke historischer Besteckteile anzubieten. Besonders spannend ist, dass Kunden künftig fehlende Stücke ihrer Berndorf-Services ersetzen könnten. Für uns ist das weit mehr als ein Prestigeprojekt. Es ist ein neues Geschäftsmodell, das Tradition, Innovation und Individualisierung verbindet.
Wie Österreichs bisher einziger Astronaut an die Spitze einer der vielseitigsten Industriegruppen des Landes kam, welche Herausforderungen Europas Industrie beschäftigen und wie 3D-Druck die traditionsreiche Bestecksparte des Unternehmens neu belebt, lesen Sie in der aktuellen GEWINN-Ausgabe.


