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Interview Baillie Gifford
„Innovation findet in Europa oft im Verborgenen statt“
Die weltwirtschaftlichen Kräfteverhältnisse haben sich in den vergangenen Jahren stark verschoben. Die USA, China und Europa ringen um wirtschaftliche Stärke und technologische Führerschaft in einer zunehmend fragmentierten globalen Ordnung. GEWINN hat mit drei Experten aus dem Finanzhaus Baillie Gifford aus Schottland, Craig Collins, Linda Lin und Christopher Howarth, über die Dynamik von Wandel, Innovation und kulturelle Unterscheide in den drei Wirtschaftsräumen gesprochen.
Gewinn: Die USA, China und Europa sind drei völlig unterschiedliche Märkte. Warum sollen Anleger gerade in dem von Ihnen vertretenen Wirtschaftsraum nach Investitionsmöglichkeiten suchen?
Lin: Der Finanzmarkt in China wurde von vielen Investoren in den letzten Jahren gemieden. Seit dem Herbst 2024 ist aber eine Trendumkehr erkennbar. Die Regierung unterstützt wieder private Unternehmen, die rund zwei Drittel der chinesischen Innovation und 80 Prozent der städtischen Arbeitsplätze schaffen. Zudem verbessert sich der Dialog zwischen China und den USA. Als Wachstumsinvestoren kann man China einfach nicht ignorieren. Mehr als 30 Prozent der globalen Wachstumsunternehmen stammen aus dem Reich der Mitte. Und trotz einer bereits eingetretenen Erholung notieren viele chinesische Aktien immer noch mit einem kräftigen Bewertungsabschlag zu vergleichbaren US-Titeln. Die Bewertung ist im Schnitt um etwa die Hälfte geringer. Dafür sind allerdings auch die Risiken höher.


