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Illmitzer Gespräche 2022: pro und kontra Atomkraft

Von Martin Maier

11.10.2022
Atommüll
Bei den Illmitzer Gesprächen 2022 wurde auch über Atomenergie diskutiert.© andriano_cz – GettyImages.com

Bereits zum vierten Mal fanden jüngst im Burgenland die „Illmitzer Gespräche“, eine der bundesweit führenden Nachhaltigkeitskonferenzen, unter der Ägide des Klimaschutzministeriums und mit Unterstützung zahlreicher Partner statt. Einer der am meisten beachteten Programmpunkte dabei war ein bemerkenswertes Duell auf höchster wissenschaftlicher Ebene mit Werner Gruber und Wolfgang Kromp zum Thema: „Atom – Nein, danke! – oder – Ja, bitte!“.

Wolfgang Kromp, Physiker und Berater der Regierung auch in Fragen der Atomenergie, blieb bei seinem Credo: „Atomkraft, nein danke.“ Im Mittelpunkt müsse der Faktor Mensch stehen und ­gerade durch diese Erkenntnis müsse man sich auch im Klaren darüber sein, dass wenige Menschen auf diesem Planeten über die wesentlichsten Fragen entscheiden, und dies sei durchaus auch eine nicht zu unterschätzende ­Fehlerquelle.

Werner Gruber, nunmehr auch Forschungskoordinator des Burgenlands und emeritierter Science Buster, argumentierte, dass man bestehende Kernkraftwerke weiter betreiben solle, bis die Fusions- und Speichertechnologie so ausgereift sei, dass diese letztlich annähernd unendlich Energie liefern werde. Freilich bedürfe es so rasch als möglich einheitlicher Sicherheitsmaßstäbe für das Betreiben von Kernreaktoren.

Kromp konterte mit dem „Vater der Atombombe“ Edward Teller: Dieser meinte auf die Frage, wann man mit der Kernfusion in Betrieb gehen werde: „In einer Million Jahren.“ Das Geld wie auch die seltenen Erden und Ressourcen für diese Technologie seien nicht vorhanden, vielmehr müsse man dieses Geld in ­Klimaschutzmaßnahmen investieren. Kromp wörtlich: „Wir hängen an einer Energienadel, die das Denken ersetzt.“

Gruber ließ sich mit seiner Replik nicht lange bitten: Die Materialfrage sei gelöst, man könne in der Zwischenzeit aus hochradioaktivem Material niederschwelliges erzeugen. Natürlich sind ­Unfälle wie jener in Tschernobyl fürchterliche Ereignisse, gegen die katastrophalen Folgen des Klimawandels an sich aber abgrenzbare Ereignisse.

Weitere Details und Infos zu den ­Illmitzer Gesprächen finden Sie unter illmitzer-gespraeche.at.

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