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Elektrisierte Weltwirtschaft
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Die sichere und ausreichende Stromversorgung ist eine tragende Säule der Weltwirtschaft – und dürfte weiter an Bedeutung gewinnen. Derzeit deckt Strom erst rund 23 Prozent des weltweiten Endenergieverbrauchs. Gleichzeitig bleiben fossile Energieträger dominant: Der globale Kohleverbrauch stieg 2025 laut Internationaler Energieagentur (IEA) gegenüber dem Jahr davor um rund 0,4 Prozent. Die Kohlereserven gehen aber noch lange nicht zur Neige, die britische Fachorganisation für die globale Energiewirtschaft Energy Institute beziffert die rechnerische Reichweite der nachgewiesenen Reserven mit über 100 Jahren. Kohle erzeugt weltweit zudem deutlich mehr Strom als Erdgas, in Wirtschaftsblöcken wie den USA jedoch spielt es bei der Stromerzeugung eine besonders große Rolle.
Die kontinuierliche Elektrifizierung ist jedenfalls international gewollt – dafür sprechen nicht nur idealistische klimapolitische Ziele, sondern auch handfeste Effizienzgewinne. Ein Elektroauto wandelt laut IEA rund 85 bis 90 Prozent der elektrischen Energie in Bewegung um, bei einem Verbrennungsmotor sind es nur etwa 25 bis 35 Prozent der im Benzin enthaltenen Energie. Der Rest geht als Abwärme verloren. Deshalb deckt Strom zwar nur knapp über 20 Prozent des Endenergieverbrauchs, aber fast 40 Prozent des weltweiten Bedarfs an nutzbarer Energie. Zudem entfällt nahezu die Hälfte des globalen Bruttoinlandsprodukts auf wirtschaftliche Aktivitäten, die auf Elektrizität angewiesen sind.
Die Elektrifizierung schafft nicht nur Bedarf an mehr Infrastruktur, sondern auch an intelligenterer Infrastruktur.
Michael Stewart, Amundi
Strombedarf steigt
Doch es gibt zwei wesentliche Flaschenhälse: Erstens steigt die Stromnachfrage weltweit schneller als die Wirtschaftsleistung – und nahezu doppelt so schnell wie die gesamte Energienachfrage inklusive aller Quellen. Auch der Anteil des Stroms am Endenergieverbrauch nimmt in allen Weltregionen zu (siehe Grafik unten). Treiber sind unter anderem Gebäudetechnik, insbesondere Klimaanlagen, die E-Motorisierung, industrielle Anwendungen und … natürlich Rechenzentren. Der Bedarf an entsprechender Infrastruktur wird durch den KI-Boom stark angeheizt.
Die Elektrifizierung ist nicht nur eine Frage der Effizienz und der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit als Standort. Sie bietet Volkswirtschaften zugleich die Möglichkeit, ihre Abhängigkeit von importierten Brennstoffen zu verringern. „Für Europa ist das Thema angesichts der seit nunmehr fünf Jahren wegen des Ukrainekriegs angespannten geopolitischen Lage und der Abhängigkeit von Energieimporten besonders relevant“, sagt Alexander Weiss, Impact Equities Fund Manager bei der Erste Asset Management. Auch der jüngste Energiepreisschock – angeheizt durch den Iran-USA-Konflikt – habe die Bedeutung einer resilienten Energieversorgung erneut vor Augen geführt.
Das boomende Technologiefeld tangiert wesentliche Bereiche des menschlichen Lebens, dies sind neben Elektroautos, Wärmepumpen und elektrischen Geräten vor allem elektrifizierte industrielle Prozesse. In Schwellen- und Entwicklungsländern bestehen darüber hinaus weitere Potenziale, etwa bei landwirtschaftlichen Wasserpumpen und elektrisch betriebenen Zwei- und Dreiradfahrzeugen.
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