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Interview mit Michael Strugl, Verbund
„2026 ist das trockenste Jahr seit Beginn unserer Aufzeichnungen“
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GEWINN: Müssen wir uns im Wasserkraftland Österreich auf eine dauerhaft sinkende Stromerzeugung aus Wasser einstellen?
Strugl: Wir hatten zum Halbjahr Ende Juni 32 Prozent weniger Wasser als in einem Normaljahr. Da auch die Monate danach sehr trocken waren, fehlen uns mit Stand Anfang Oktober schon 38 Prozent der Wassermenge eines Regeljahres. Das betrifft vor allem die Flusskraftwerke und wirkt sich dort auf die Stromproduktion aus. Bei den Speicherkraftwerken ist es deutlich weniger spürbar. Wir machen seit 100 Jahren hydrologische Aufzeichnungen. Das ist das trockenste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Es war auch das vergangene Jahr schon sehr trocken. 2024 war dafür überdurchschnittlich wasserreich. Damals war Österreich erstmals seit Jahrzehnten über das gesamte Jahr bilanziell Stromexporteur. Jetzt sind wir wieder Stromimporteur. In der Regel sind die Wintermonate starke Importmonate, während in den Sommermonaten exportiert wird. Heuer mussten wir auch im Sommer Strom importieren. Noch eine Besonderheit: Im Winter wird die Lücke neben Importen auch mit Gaskraftwerken geschlossen. Heuer liefen die Gaskraftwerke auch im Sommer.
GEWINN: Wie sind Ihre langfristigen Prognosen für die Wassermengen?
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