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Interview mit Ulrike Kastens und Sabrina Reeh
„Ich fürchte, bei der Inflation ist der Höhepunkt noch nicht erreicht!“
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KI, geopolitische Krisen, Ölpreise, Schuldenproblematik, Inflation: Anleger müssen derzeit ganz schön viel beachten, um den Durchblick zu behalten. GEWINN traf die DWS-Expertinnen Ulrike Kastens, Europa-Volkswirtin, und Sabrina Reeh, Fondsmanagerin für deutsche Aktien, zum Expertentalk in Wien.
GEWINN: Wenn man sich all die Krisen und Probleme, allen voran jene im Iran, ansieht, hält sich die Weltwirtschaft eigentlich überraschend robust. Worauf führen Sie das zurück?
Ulrike Kastens: Ja, die Konjunktur läuft den Umständen entsprechend gut. Und die Aktienmärkte haben sich sogar sehr positiv entwickelt! Das hätte man tatsächlich nicht unbedingt erwartet im Falle eines Kriegs im Nahen Osten. Aber es ist einfach so, dass die Energieabhängigkeit der Weltwirtschaft abgenommen hat, also sie ist nicht mehr so groß wie früher. Gleichzeitig haben wir das Thema KI – das ist ja nicht nur für die Börsen ein Faktor, sondern auch für die Konjunktur.
GEWINN: Wie groß ist der KI-Beitrag am BIP-Wachstum?
Kastens: In den USA erwarten wir heuer ein BIP-Wachstum von zwei Prozent. KI trägt etwa 0,5 Prozentpunkte dazu bei. Übrigens werden die USA unserer Einschätzung nach auch im nächsten Jahr um zwei Prozent wachsen.
GEWINN: Und Europa?
Kastens: Hier erwarten wir in der Eurozone für das laufende Jahr ein BIP-Wachstum von rund einem Prozent und für 2027 dann 1,3 Prozent.



