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„Wir erwarten fürs nächste Jahr etwas mehr Dynamik“
Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Unicredit Bank Austria, blickt durchaus zuversichtlich in die Zukunft.
© UniCredit Bank Austria/Lukas Bezila, www.lukasbezila.com

Konjunkturausblick

„Wir erwarten fürs nächste Jahr etwas mehr Dynamik“

Österreichs Wirtschaft schwächelt. Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer erklärt, warum, macht zugleich aber auch Hoffnung. Dies, zumal sich die Stimmung in der Industrie deutlich aufgehellt hat.

Von Hans-Jörg Bruckberger

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13.10.2026

Wenn es um die Konjunktur geht, kommt man in Österreich an einem Namen kaum vorbei: Stefan Bruckbauer. GEWINN traf den Chefvolkswirt der Unicredit Bank Austria im Headquarter der Bank. An Gesprächsstoff mangelt es in turbulenten Zeiten wie diesen nicht.

GEWINN: Die Schule hat wieder begonnen – welche Note würden Sie unserer Wirtschaft geben?

Bruckbauer: Ich würde sagen, im guten Mittelfeld, eine Drei. Es könnte vielleicht eine Zwei minus sein, wenn wir diesen Irankrieg nicht gehabt hätten und die Inflation wieder im Bereich von zwei Prozent wäre. 

GEWINN: Gutes Mittelfeld? Wir waren doch im Halbjahr EU-Schlusslicht beim Wachstum …

Bruckbauer: Ja, aber das ist falsch. Das ist ein statistisches Phänomen gewesen, wir warten noch auf die genauere Erklärung. Das Minus kam durch die Position „Subventionen minus Steuern“ zustande, Gütersteuern. Wir werden heuer zwischen einem halben und einem Prozent Wachstum haben, aktuell sind es 0,8 Prozent. Der Euroraum liegt in unserer Prognose derzeit bei 0,9 Prozent. 

GEWINN: Aber Österreich hinkt doch schon länger hinterher. Wieso? 

Bruckbauer: Das stimmt. Im Euroraum hatten wir über die zurückliegenden fünf Jahre ein Wachstum von durchschnittlich 7,5 Prozent, in Österreich nur 3,5 Prozent. Die Hälfte dieser Kluft, also zwei Prozentpunkte, geht auf das Konto der Bauwirtschaft. Diese war nach einem Bauboom in den Zehnerjahren aufgebläht und ist mit dem Zinsanstieg zum Stillstand gekommen. Der zweite entscheidende Faktor ist der Export, wo wir durch den starken Anstieg der Lohnstückkosten zurückgefallen sind. 

GEWINN: Letzteres schmerzt gerade im Wettbewerb mit China …

Bruckbauer: Das ist eine große Baustelle! Ich glaube, die Lösung liegt in der Qualität, der Wertschöpfung und in der Produktivität. Am Ende sind wahrscheinlich auch Robotik und KI eine Lösung, um den Lohnkostennachteil aufzufangen. Wichtig ist auch die Stärkung der Lieferketten, die Unabhängigkeit. So kann es vielleicht gelingen, einen großen Teil der Industrie zu behalten. Natürlich müssen wir auch die Rahmenbedingungen verbessern. Aber den Lohnkostennachteil werden wir nicht wegbringen, und das wollen wir auch nicht, denn das würde ja heißen, dass unser Lebensstandard sinkt. Die Schweiz zeigt, dass man auch mit hohen Lohnkosten am Weltmarkt reüssieren kann. Auch Österreich war in der Vergangenheit erfolgreich.

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