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Feuer und Flamme für die Zukunft
Robert Ottel steht seit April 2025 an der Spitze von Rosenbauer.
© Zoe Goldstein Photography

Robert Ottel, Rosenbauer International AG

Feuer und Flamme für die Zukunft

Rosenbauer ist Weltmarktführer bei Feuerwehrtechnik und erwirtschaftet rund 1,4 Milliarden Euro Umsatz. CEO Robert Ottel will die Profitabilität weiter steigern, die österreichischen Werke sichern und eine Unternehmenskultur etablieren, in der gemeinsame Leistung wichtiger ist als persönliche Machtinteressen.

Von Michaela Schellner

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03.11.2026
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Robert Ottel steht seit April 2025 an der Spitze von Rosenbauer. Er ist erst der zweite familienfremde CEO in der 160-jährigen Firmengeschichte des weltweit größten Herstellers von Feuerwehrfahrzeugen, aber dazu später mehr. Als wir den Manager zum Interview am Firmensitz in Leonding bei Linz treffen, scheint die Sonne. Auch Ottel wirkt gelöst und begrüßt uns mit einem freundlichen Lächeln in seinem Büro. Hinter seinem Schreibtisch vor dem Fenster steht ein noch verpacktes Lego-Feuerwehrauto, an der Wand daneben hängt ein Foto von Feuerwehrleuten im Einsatz. Im Vorstandsbüro spiegelt sich also wider, dass sich bei Rosenbauer vieles um jene entscheidenden Sekunden dreht, in denen Menschen Hilfe brauchen. 

Das oberösterreichische Unternehmen hat 2025 rund 1,4 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet und damit das erfolgreichste Geschäftsjahr seit der Gründung 1866 eingefahren. Weltweit arbeiten mehr als 5.000 Mitarbeiter für Rosenbauer, davon knapp 1.850 in Österreich. Produziert wird an 15 Standorten rund um den Globus. Drei davon befinden sich in Österreich, zwei in Leonding und einer in Neidling (NÖ). 93 Prozent des Umsatzes erzielt Rosenbauer im Ausland, mehr als die Hälfte außerhalb Europas. Rund ein Drittel entfällt auf Amerika, wo Rosenbauer nach eigenen Angaben der drittgrößte Hersteller ist. Insgesamt ist man in über 110 Ländern vertreten.

Losgröße eins

Der börsennotierte Konzern ist allerdings kein Hersteller von Fahrzeugen von der Stange. Vielmehr wird jedes Einsatzfahrzeug genau auf die jeweiligen Kundenwünsche zugeschnitten. Denn, so Ottel: „Kommunale Löschfahrzeuge müssen andere Ansprüche erfüllen als Spezialfahrzeuge für Flughäfen oder Industrieanlagen.“ Er spricht von einem „Systemintegrator in Stückzahl eins“. Diese individuelle Fertigung von etwa 2.200 Fahrzeugen pro Jahr macht das Geschäft komplex und fordert die Organisation. Vieles, beispielsweise die gesamte Löschtechnik, die Aufbauten, die Karosserien, die Kabinen, Hubrettungsbühnen, Drehleitern sowie Spezialfahrgestelle oder Flughafenlöschfahrzeuge, stellt der Konzern in Eigenregie her. Lediglich die Lkw-Fahrgestelle für Standardfahrzeuge werden von Großserienherstellern wie MAN, Mercedes oder Scania zugekauft.

Neben den Autos (78 Prozent Umsatzanteil), deren größtes Segment kommunale Feuerwehrfahrzeuge sind, die von Gemeinden, Städten, Ländern oder Zivilschutzorganisationen beschafft werden, produziert Rosenbauer auch Schutzausrüstung (Helme, Kleidung, Stiefel etc.) und digitale Lösungen (z. B. Software für Einsatz- und Flottenmanagement).

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