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Die Verkehrsnetze der Zukunft© Wiener Linien/Johannes Zinner

Investitionen – Infrastruktur

Die Verkehrsnetze der Zukunft

Die 2020er-Jahre sind das Jahrzehnt des Öffi-Ausbaus in Österreichs Metropolen – von der Wiener U-Bahn-Verlängerung bis zu neuen Straßenbahnen in den Landeshauptstädten. Doch auch wichtige Straßen werden neu gebaut. Bis die Projekte tatsächlich Entlastung für Pendler bringen, dauert es aber teilweise bis in das nächste Jahrzehnt.

Von Robert Wiedersich

17.05.2023
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Tennisplatzgroße Löcher in den Straßen, wo es mehrere Stockwerke in die Tiefe geht, schweres Bohrgerät, gesperrte Fahrbahnen – an all das hat man sich in Wien in den letzten Jahren bereits gewöhnt. Und an diesem Bild wird sich auch so schnell nichts ändern. Der Bau der völlig neuen U-Bahn-Linie U5 und die Verlängerung der U2-Strecke Richtung Matzleinsdorfer Platz verwandeln die Stadt gleich an mehreren Stellen gleichzeitig in eine Großbaustelle. Beide Linien werden sich tief unter der Erde beim Rathaus kreuzen. Mitten in den dicht besiedelten ­Innenstadtbezirken wird am größten ­Infrastrukturprojekt Wiens gearbeitet. Stationen werden errichtet, Tunnel gebohrt und gegraben und bestehende Strecken für die fahrerlosen U5-Züge vorbereitet. Die Bahnsteige werden dafür mit Glaswänden und automatischen Türen von den Schienen getrennt.

Hält der Zeitplan, rauscht die türkise Linie U5 schon 2026 auf einem kurzen Stück zwischen dem Frankhplatz bei der Nationalbank und dem Karlsplatz durch den Wiener Untergrund. Mit den Zeitplänen bei großen Infrastrukturprojekten ist das freilich so eine Sache: Unerwartete technische oder geologische Probleme, Kostensteigerungen und ungesicherte Finanzierungen – all das führt häufig zu Verzögerungen. Zuletzt sorgten notwendige statische Verbesserungen für eine längere Sperre der alten U2-Tunnel, die Teil des Gesamtprojekts sind. Wegen Umbauten und Modernisierungen können auch wichtige Abschnitte der bisherigen Strecke nicht genutzt werden. Erst im September 2024 fahren dort wieder die Züge bis zum Karlsplatz. Diesen Abschnitt wird auch die neue U5 für ­einige Jahren nutzen. Ein Novum: Erstmals teilen sich zwei U-Bahn-Linien eine Strecke in Wien. Aber nur kurz. Schon 2028 übernimmt die U5 die Strecke komplett. Die U2 zweigt dann beim Rathaus in Richtung neuer Endstation Matzleinsdorfer Platz ab. Damit wird die erste Ausbauphase der U2/U5 abgeschlossen, die über zwei Milliarden Euro kosten soll. Für das Gesamtprojekt sind Investitionen von sechs Milliarden Euro veranschlagt. Die Finanzierung teilen sich Stadt und Bund im Verhältnis 50 zu 50. 

Die Milliarden werden gebraucht, weil U2 und U5 bis Mitte der 2030er-Jahre noch weiter verlängert werden. Die U2 fährt dann vom Matzleinsdorfer Platz bis auf den Wienerberg, ein bisher öffentlich schwach erschlossener Stadtteil mit Tausenden Arbeitsplätzen und Bewohnern. Die U5 wiederum wird bei der S-Bahn-Station Hernals enden.

Foto von der geplanten Station Frankhplatz in Wien-Alsergrund mit einer U-Bahn und Menschen
Station Frankhplatz in Wien-Alsergrund: Derzeit noch Großbaustelle (oben), ab 2026 soll hier die neue, fahrerlose Linie U5 halten.© Wiener Linien/www.oln.at/YF + Franz&Sue

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