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Der Kampf gegen die Inflation© Markus Murlasits

Gschiegls Börsenausblick: zweites Halbjahr 2022

Der Kampf gegen die Inflation

Inflation, Ukraine-Krieg, Zinswende, Corona und Co. versetzten der langen Börsen-Hausse den endgültigen Todesstoß. Auch in den kommenden Monaten werden diese Themen das Börsengeschehen dominieren – dennoch bieten sich Chancen für geduldige Anleger.

Von Franz Gschiegl

29.06.2022
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Inflation bleibt erhöht

Nach Jahrzehnten geringster und gar negativer Inflation ist der Schock aufgrund der Preisexplosion sehr groß. Die aktuellen Inflationsraten von sieben bis neun Prozent belasten nicht nur die Wirtschaft und deren Zukunft, sondern ziehen einen akuten Wohlstandsverlust nach sich. Reduzierte Konsumausgaben beschleunigen in der Folge die Abwärtsspirale. Inflation im Sinne von Preissteigerungen kann dabei auf mehrere Ursachen zurückzuführen sein.

Steigende Rohstoff- und dann Großhandelspreise werden auf Endkonsumenten überwälzt, klassisch etwa ein höherer Rohölpreis, der sich an unseren Zapfsäulen niederschlägt. Weitere Möglichkeit: die Preis-Lohn-Spirale, also wenn höhere Löhne aufgrund höherer Lebenshaltungskosten gefordert werden und die Unternehmer wiederum ihre Preise erhöhen. Eine importierte Inflation liegt dann vor, wenn wichtige Importgüter teurer werden und unsere Lebenshaltungskosten erhöhen – wie etwa derzeit Importe, die in US-Dollar gehandelt werden. Aktuell sind alle drei genannten Varianten zu beobachten.

Die Produzentenpreise sind auch im Euro-Raum eklatant gestiegen und schlagen sich erst zeitversetzt auf Konsumgüter durch. Die Preis-Lohn-Spirale beginnt sich ebenfalls bereits in einigen Branchen langsam zu drehen.

Für 2023 ist aufgrund des Basiseffekts mit geringerer Inflation zu rechnen: Die Basis für die Berechnung der Inflation ist dann ja schon erhöht, was im Zwölf-Monats-Vergleich nicht mehr zu einem starken Anstieg führt. Der Sockel, also das Preisniveau von heuer, bleibt uns aber trotzdem „erhalten“.

Grafik US Börse
Aktienkurse an den US-Börsen gaben im Schnitt seit Jahresbeginn rund zwanzig Prozent ab, notieren aber immer noch weit über dem Vor-Pandemie-Niveau.

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