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Ab 0,375 Prozent – nur noch für kurze Zeit! © Oleksander Kharchenko - GettyImages.com

Hypothekarkredite

Ab 0,375 Prozent – nur noch für kurze Zeit!

Die Fixzinsen haben sich bereits seit März gut verdoppelt; spätestens Ende Juli werden auch die variablen Kreditzinsen höher werden. Schnell Zinsen absichern ist angesagt!

Von Fini Trauttmansdorff Susanne Kowatsch

29.06.2022
Exklusiv für GEWINN-Abonnenten

Derzeit geht’s wirklich Schlag auf Schlag: „Wer vor 14 Tagen Fixzinsen für die Wohnraumfinanzierung angefragt hat, hat noch andere Zinssätze angeboten bekommen als heute. Wir erleben derzeit eine gewaltige Bewegung“, schilderte Helmut Ettl, Vorstand der Finanzmarktaufsicht, kürzlich im Zuge der Präsentation des FMA-Jahresberichts 2021.

Tatsächlich haben sich die Fixzinskonditionen seit dem letzten GEWINN-Vergleich im März gut verdoppelt, mit der Überschrift „Die letzte Chance für günstige Kredite“ lagen wir also durchaus richtig. Bekam man Anfang März bei den 15-jährigen Fixzinsen im Bestfall noch ein Prozent Nominalzins geboten, sind es jetzt im günstigsten Fall 2,3 Prozent nominal (bank99). Waren es bei den 20-jährigen Fixzinsen Anfang März im günstigsten Fall 1,25 Prozent, sind es jetzt bestenfalls 2,35 Prozent nominal – dazu gleich mehr. Doch auch diese Zinssätze werden sich wohl schon kurz nach Erscheinen des GEWINN ein weiteres Mal erhöhen – denn viele Banken passen ihre Konditionen derzeit tatsächlich im 14-Tages-Rhythmus an, wie GEWINN bestätigt wurde.

Update zu den Hypothekarkrediten (12.08.2022)

Aus 0,375 Prozent Bestzins wurden 0,625 Prozent!

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat wie erwartet am 21. Juli die Leitzinsen erhöht, und zwar gleich kräftig von null auf 0,5 Prozent. Seither sind die meisten Zinssätze der Hypothekarkredite und Bauspardarlehen deutlich angehoben werden.

Wie in der Juli-/August-Ausgabe des GEWINN (auf Seite 46) angekündigt, liefern wir Ihnen im Folgenden ein Update, Stichtag für die Konditionen der folgenden Tabellen ist Montag, der 8. August.

Variable Verzinsung im Steigen: Ab 0,625 Prozent

Deutliche Steigerungen zwischen unserer letzten GEWINN-Erhebung Ende Juni und der aktuellen von Anfang August gab es erwartungsgemäß bei den variablen Konditionen. Konnte man Ende Juni im Bestfall noch mit variablen Zinsen von 0,375 Prozent Nominalzins rechnen (bzw. mit 0,9 Prozent Effektivzins, dh. inklusive aller Nebenkosten), sind es inzwischen deutlich mehr geworden.

Bestbieterin UniCredit Bank Austria verlangt aktuell ab 0,625 Prozent Nominalzins, bei den meisten anderen Banken ist mit Nominalzinsen von knapp über einem Prozent zu rechnen. Bei sehr guten Bonitäten bedeutet das (inklusive aller Nebenkosten) einen Effektivzins von bestenfalls 1,1 Prozent (UniCredit Bank Austria), ansonsten bis zu knapp über zwei Prozent. Bei ausreichenden Bonitäten beginnen die Effektivverzinsungen im variablen Bereich derzeit bei 1,3 Prozent. Wenige Wochen zuvor war man noch ab einem Prozent effektiv dabei.

Fixzins-Steigerung gestoppt

Bei den Fixzinsen zeigt sich dagegen ein anderes Bild. Die 15-jährigen Fixzinsen haben sich seit Ende Juni bei manchen Banken leicht verteuert, bei anderen sogar leicht verbilligt. Jedenfalls kann man sagen, dass die massiven Steigerungen, die es seit Jahresbeginn gab, aktuell zum Halten gekommen sind. Den Grund schildert die Erste Bank: „Der Kapitalmarkt ist seit dem Frühjahr bereits in Erwartung der EZB Zins-Maßnahmen gestiegen. Aufgrund der andauernden geopolitischen Spannungen herrscht nach wie vor hohe Unsicherheit und Volatilität an den Zinsmärkten. Der aktuelle Rückgang der Kapitalmarktsätze ist überwiegend auf die erwartete Abschwächung der Wirtschaftsleistung im zweiten Halbjahr 2022 sowie 2023 zurückzuführen.“

Bei der aktuellen Bestbieterin Erste Bank kann man bei besten Bonitäten aktuell mit 2,288 Prozent Nominalzins in der Fixzinsperiode rechnen, Ende Juni verlangte die Erste Bank dafür noch 2,589 Prozent. Bei Oberbank oder UniCredit etwa blieben die 15-jährigen Fixzinsen dagegen gleich.

Ebenfalls nicht ganz eindeutig präsentiert sich die Entwicklung bei den 20-jährigen Fixzinsen. Teils wurden sie seit Ende Juni etwas teurer, teils etwas günstiger. Bestbieterin ist aktuell die Erste Bank mit 2,331 Prozent Nominalzinssatz (2,8 Prozent effektiv). – Ende Juni war dagegen die Bank 99 mit 2,35 Prozent Bestbieterin, die nun ihren Nominalzinssatz auf 2,85 Prozent (3,18 Prozent effektiv) erhöht hat.

Günstiger ab 25 Jahren Fixzinsbindung

Durchgehend günstiger oder zumindest gleich teuer ist die Lage bei den 25-jährigen Fixzinsbindungen: Hier gab es ja im Lauf des Juni starke Steigerungen, die nun wieder leicht zurückgenommen wurden. Bestbieterin ist hier aktuell ebenfalls die Erste Bank mit 2,424 Prozent (2,9 Prozent effektiv) bei sehr guten Bonitäten; Ende Juni lag sie als Bestbieterin noch bei 2,671 Prozent (3,1 Prozent effektiv).

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Bauspardarlehen: Kletterte das 30-jährige Fixzinsdarlehen der start:bausparkasse Ende Juni auf 3,2 Prozent fix und kurz darauf sogar noch etwas höher, ist es nun wieder für erfreulich günstige 3,10 Prozent fix zu haben, wie die Tabelle zeigt.

Bei den 20-jährigen Fixzinsbindungen der Bausparkassen zeigen sich im Vergleich zu Ende Juni leichte Steigerungen. Möglicherweise auch nur vorübergehend, die start:bausparkasse hat als Erste ihre 20-jährige Fixzinskondition bereits wieder auf 3,05 Prozent fix gesenkt (Ende Juni waren es noch 3,15 Prozent fix).

Dass auch die allerneuesten Konditionen nicht allzu lange Gültigkeit haben werden, steht fest: Die Banken adaptieren ihre Kreditkonditionen derzeit rund alle zwei Wochen, auch die Bausparkassen beobachten die schwankende Zinslage genau und passen an, wo es nötig ist.

Wie’s weitergeht

Und bereits am 8. September steht die nächste EZB-Sitzung an. Einen Kurzausblick auf die Zeit danach liefert die Raiffeisenlandesbank Steiermark: „Auf Grund der derzeit hohen Inflationsraten gehen die Marktteilnehmer von weiteren drei Zinsschritten in diesem Jahr aus. Auch Anfang nächstes Jahr werden noch Zinsschritte erwartet, sodass die kurzfristigen Zinssätze über ein Prozent betragen könnten.“

Bei den langfristigen Fixzinsen sieht es laut RLB Steiermark folgendermaßen aus: „Die langfristigen Zinsen sind sehr stark von der Inflation und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt, sodass ein weiterer Anstieg – vor allem bei einer weiterhin hohen Inflationsrate – nicht ausgeschlossen werden kann.“

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