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Zwischen Sternen und Stahl
Franz Viehböck und Sonja Zimmermann führen den Industriekonzern mit Fokus auf Langfristigkeit in die Zukunft.
© Ernst Kainerstorfer

Porträt: F. Viehböck und S. Zimmermann, Berndorf AG

Zwischen Sternen und Stahl

Mit 542 Millionen Euro Umsatz, mehr als 2.200 Mitarbeitern und acht Firmengruppen zählt die Berndorf AG zu den vielseitigsten Industrieunternehmen des Landes. An der Spitze stehen Ex-Astronaut Franz Viehböck und Aufsichtsratschefin Sonja Zimmermann.

Von Michaela Schellner

02.06.2026
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Wenn Franz Viehböck über Strategie spricht, klingt das mitunter wie ein Navigationsprotokoll aus der Raumfahrt. Klare Zielkoordinaten, laufende Kurskorrekturen und kein Platz für Zufall. Wenn man Viehböcks Lebenslauf durchgeht, macht das sofort Sinn. Als erster und bisher einziger Österreicher absolvierte er im Jahr 1991 einen Flug ins All und verbrachte neun Tage auf der Weltraumstation Mir. Eine Erfahrung, die ihn geprägt hat und auch für seine heutige Rolle als CEO der Berndorf AG durchaus wertvoll ist. Neben CFO Thomas Karazmann dabei an seiner Seite ist Sonja Zimmermann. Die Tochter des Industriellen Norbert Zimmermann, der 1988 mit einem Management-Buy-out (siehe Kasten unterhalb) den Grundstein für die heutige, 542 Millionen Euro Umsatz große Unternehmensgruppe mit über 2.200 Mitarbeitern gelegt hat, hat 2020 den Aufsichtsratsvorsitz übernommen. Gemeinsam bilden die beiden ein eingespieltes Führungsteam. Man spürt, dass die Chemie stimmt: Der Umgang ist herzlich, humorvoll und von gegenseitigem Respekt geprägt.

Vom Staatsbetrieb zur Industriegruppe

Die Geschichte des Unternehmens begann 1843 mit der Gründung der Berndorfer Metallwerke durch Alfred Krupp und Alexander Schoeller. Im gleichen Jahr erfanden sie die Löffelwalze und ermöglichten die industrielle Besteckproduktion. Nach Jahrzehnten unter wechselnden Eigentümern, der Enteignung im Zweiten Weltkrieg und der sowjetischen Verwaltung nach 1945 blieb ein sanierungsbedürftiger Staatsbetrieb zurück. 1986 kam Norbert Zimmermann mit dem Auftrag nach Berndorf, das Unternehmen zu sanieren. Der damals 39-Jährige restrukturierte den Konzern radikal und stellte das Unternehmen wieder auf wirtschaftlich solide Beine. 1988 initiierte er schließlich einen der ersten Management-Buy-outs der österreichischen Industriegeschichte und führte Berndorf aus der Verstaatlichung in privates Eigentum.

Nahtloser Übergang

Viehböck, der nach Stationen bei Boeing 2002 nach Berndorf kam, beschreibt seinen Einstieg ins Unternehmen pragmatisch. Das Vertrauen in Norbert Zimmermann habe gereicht, um den Wechsel zu wagen, obwohl er das Unternehmen damals kaum kannte. Die beiden lernten einander kennen, als Viehböck vom damaligen Landeshauptmann Josef Pröll beauftragt wurde, ein Technologiekonzept für den Standort Niederösterreich zu entwickeln. „Von Boeing zu Berndorf“, sagt er im GEWINN-Gespräch amüsiert. Was wie ein Bruch klingt, erwies sich aber als logische Fortsetzung, denn das Unternehmen, das heute unbestritten zu den bemerkenswertesten Industriegruppen des Landes zählt, punktet mit Technologie, Engineering und internationaler Präsenz.

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