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Branchengespräch: Manner
„Wir müssen uns künftig mehr trauen“
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Dieter Messner weiß, was es heißt, Unternehmen neu auszurichten. Bevor er im September 2025 die Führung des Wiener Süßwarenherstellers Manner übernahm, stand er an der Spitze der Fitnessstudiokette Fitinn. Davor verantwortete er als General Manager von Esprit die Restrukturierung des Modeunternehmens in 18 Ländern Europas und Amerikas. Auch bei Obi sammelte er über mehr als zehn Jahre Führungserfahrung, zunächst in der Unternehmensentwicklung, später als Geschäftsführer für zehn europäische Länder und schließlich im Vorstand. Bei Manner ist der international erfahrene Manager neben Strategie und Geschäftsentwicklung auch für Personal, Organisationsentwicklung, Prozessmanagement und Digitalisierung sowie die Bereiche PR und ESG zuständig. Seine Aufgabe lautet, den Traditionshersteller erfolgreich für die Zukunft aufzustellen.
Manner-Fakten
Die 1890 gegründete Josef Manner & Comp. AG erzielte 2025 304,3 Millionen Euro Umsatz. Im ersten Halbjahr 2026 gingen die Umsatzerlöse um 0,9 Prozent auf 138,1 Millionen Euro zurück, der Absatz sank um 4,1 Prozent auf 23.614 Tonnen. Das Betriebsergebnis (Ebit) lag bei minus 664.000 Euro.
Manner produziert ausschließlich in Österreich und vertreibt seine Produkte in rund 40 Ländern (rund 60 Prozent Exportquote). Eigene Vertriebsniederlassungen gibt es in Köln, in Laibach und in Brünn. Das Portfolio umfasst die Marken Manner, Casali, Napoli, Ildefonso und Austria Mozartkugeln. Der Süßwarenhersteller, dessen Vorstand Dieter Messner (CEO), Sabine Brandl (Vertrieb und Marketing) und Scipio Oudkerk (Finanzen) bilden, ist Nummer eins im Schnittensegment in Österreich, Deutschland und Slowenien. Mit Stand erstes Halbjahr 2026 beschäftigt Manner wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres 828 Mitarbeitende.
GEWINN: Manner ist im ersten Halbjahr 2026 in die Verlustzone gerutscht, und auch das Jahresergebnis wird voraussichtlich deutlich unter dem Vorjahr liegen. Wie ordnen Sie diese Entwicklung ein?
Dieter Messner: Es stimmt, das Halbjahresergebnis ist alles andere als berühmt, und wenn man solche Zahlen sieht, kann man natürlich nicht zufrieden sein. Man muss aber unterscheiden, ob es sich um interne, hausgemachte oder um externe Faktoren handelt. Das Marktumfeld ist derzeit nicht einfach. Es trifft nicht nur Manner, sondern die gesamte Branche.
GEWINN: Was sind denn aktuell die größten Herausforderungen?
Messner: Die Kakaopreise tun uns extrem weh, weil Kakao unser wichtigster Rohstoff ist. Wir decken uns deshalb lange im Voraus ein und spüren die Entlastung durch gesunkene Preise somit frühestens 2027. Gleichzeitig haben wir seit dem Frühjahr bei einzelnen schokolierten Produkten bereits Preise gesenkt und sind damit in Vorleistung gegangen, was wiederum unsere Marge belastet. Dazu kommen die Absatzrückgänge bei schokolierten Produkten. Wir spüren heuer also Druck von beiden Seiten, sprich: auf der Absatz- und auf der Margenseite.
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