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Sammlerthema Orientalismus
Westöstliche Orientierung
„Man muss den Orientalen zu behandeln verstehen“, belehrt Kara Ben Nemsi, der Ich-Erzähler in Karl Mays Orient-Roman „Durch die Wüste“, seinen Diener Hadschi Halef Omar. Was heute als politisch inkorrekte Überheblichkeit des Abendländers in der Literatur angeprangert wird, entsprach im 19. Jahrhundert dem Zeitgeist. Und in der Malerei wird deutlich, wie sehr die Kultur des Ostens den Westen faszinierte.
„Die Herangehensweise orientalistischer Maler lässt sich grob in zwei Gruppen einteilen“, erklärt Charles O’Brien, Direktor für Malerei des 19. Jahrhunderts bei Bonhams. „Einerseits Künstler, die ausgiebig durch den Osten reisten und akribisch nach der Natur malten, und andererseits solche, die ihrer Fantasie freien Lauf ließen und den Orient von den Wänden ihrer Ateliers aus erschufen.“ Authentisch oder fiktiv – die exotischen Darstellungen begeisterten das europäische Publikum, sei es mit Haremserotik oder mit Grausamkeit, sei es mit Alltagsszenen wie Straßenmärkten, Moscheen und häuslichen Interieurs.
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