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„Transformation ist ein Marathon, kein Sprint“
Klaus Mader sieht erste positive ­Signale und ist davon überzeugt, dass sich die neue Strategie auch langfristig positiv auf den Aktienkurs auswirken wird.
© Ernst Kainerstorfer, Bearbeitung: GEWINN

Drei Fragen an Klaus Mader, SBO AG

„Transformation ist ein Marathon, kein Sprint“

SBO-CEO Klaus Mader spricht im GEWINN-Kurzinterview über den strategischen Wandel vom Ölfeldausrüster zum Hochpräzisionstechnologiekonzern, die Bilanz 2025 und erklärt, warum Geduld an der Börse gefragt ist.

Von Michaela Schellner

10.02.2026
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Seit Jänner 2024 steht Klaus Mader an der Spitze der börsennotierten SBO AG. Der gebürtige Tiroler treibt die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens konsequent voran. Der Fokus: weg von der reinen Abhängigkeit von Öl und Gas, hin zu anderen wachstumsstarken Industrien. 2025 war dabei ein Jahr mit Gegenwind.

GEWINN: Herr Mader, SBO hat sich sichtbar vom klassischen Ölfeldausrüster weiterentwickelt. Was war der Auslöser für diese Transformation, und was ist heute ihr Kern?

Klaus Mader: Die Öl-und-Gas-Serviceindustrie ist extrem zyklisch. Umsatzschwankungen von mehreren Hundert Millionen Euro innerhalb weniger Jahre gehören zur Realität. Ich habe diese Zyklen in meinen elf Jahren im Unternehmen selbst miterlebt. Sie zu managen, ist zwar eine Kernkompetenz von SBO, gleichzeitig birgt die starke Kundenabhängigkeit Risiken. Deshalb wollen wir jene Bereiche, in denen wir besonders stark sind, also konkret Hochleistungsmaterialien, Präzisionsfertigung und unser globales Netzwerk, nun verstärkt anderen Industrien anbieten. Beispielhaft sind das die Luft- und Raumfahrt, der Bereich Halbleiter oder neue Energietechnologien. Dass wir seit Juli 2025 bewusst auf den Zusatz „Oilfield Equipment“ im Firmennamen verzichten, soll diese strategische Weiterentwicklung auch nach außen klar sichtbar machen. Diese Neuausrichtung ist langfristig angelegt – und sie prägt auch die wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2025.

GEWINN: 2025 war ein herausforderndes Jahr. Wie fällt Ihre Bilanz – auch mit Blick auf den Aktienkurs – aus?

Mader: Das Umfeld war ohne Frage herausfordernd. Es gab ein Überangebot am Ölmarkt, geopolitische Unsicherheiten, ein sich laufend veränderndes Zollumfeld und niedrige Ölpreise. Vor diesem Hintergrund haben wir einen Umsatz von 455 Millionen Euro erzielt und selbst in diesem schwierigen Umfeld eine Ebitda-Marge von 16 Prozent erreicht. Es ist uns einmal mehr gelungen, unsere Kompetenz im Zyklusmanagement zu beweisen. Gleichzeitig haben wir unsere langfristigen strategischen Initiativen konsequent umgesetzt. An der Börse wird das leider noch nicht honoriert. Wir blicken auf operative Rekordjahre und eine starke Marktposition zurück. Dennoch spielen die Wahrnehmung als reiner Ölfeldausrüster und die frühe Phase unserer neuen Strategie eine Rolle bei der Entwicklung des Aktienkurses. Ich sehe aber erste positive Signale und bin überzeugt davon, dass sich die konsequente Umsetzung der Strategie, unsere klaren Wachstumsziele und die breitere Aufstellung letztlich auch nachhaltig im Aktienkurs niederschlagen werden.

GEWINN: Sie sprechen oft von Geduld und Langfristigkeit. Woher kommt diese Langstreckenmentalität, und was gibt Ihnen persönlich Energie?

Mader: Vielleicht aus meiner eigenen beruflichen Laufbahn. Meine Karriere hat in der Steuerberatung begonnen. Das war eine gute Schule für effizientes Arbeiten und das Einhalten von Terminen. Aber ich wollte immer umsetzen, in der Beratung habe ich mich deshalb nicht dauerhaft gesehen. An der Industrie als Branche schätze ich die Internationalität, die technologische Tiefe und das langfristige Gestalten. SBO ist für mich die Champions League der industriellen Nischenplayer, und ich freue mich sehr, dass ich hier bereits seit über zehn Jahren mitgestalten darf. Energie schöpfe ich ganz klar aus der Familie. Diese Balance hilft mir auch im Beruf. Denn eines ist klar: Eine Transformation braucht Ausdauer. Sie ist ein Marathon und kein Sprint.

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