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„Start-up-Investment ist kein Glücksspiel“
Laut primecrowd-Gründer Markus Kainz ­bieten Investments in Start-ups durchaus ­lukrative Renditen
© primeCROWD

Start-up-Investment: primecrowd

„Start-up-Investment ist kein Glücksspiel“

Start-ups sind für private Anleger nicht die erste Wahl, wenn es darum geht, das eigene Vermögen anzulegen. Wer sich dafür entscheidet, kann aber durchaus hohe Renditen erzielen, weiß primecrowd-Gründer Markus Kainz.

Von Michaela Schellner

10.03.2022
Exklusiv für GEWINN-Abonnenten

GEWINN: Herr Kainz, 2021 floss die Rekordsumme von 1,23 Milliarden Euro in österreichische Start-ups. Wird diese Anlageklasse für Inve­s­toren also bedeutender?

Kainz: Wir sehen, dass das Investmentvolumen in Start-ups von Jahr zu Jahr steigt, auch europaweit. Österreich nähert sich hier Stück für Stück den Top-10-Standorten in Europa an. Es gibt aber noch großes Potenzial, weil das Niveau vergleichsweise niedrig ist. Dass wir aktuell von Rekordsummen sprechen, ist auch auf die vorhandene Liquidität auf dem Markt zurückzuführen. Die Zinsen sind niedrig und attraktive Anlagemöglichkeiten werden verstärkt gesucht. Allerdings werden die Finanzierungsrunden häufig von amerikanischen Investoren angeführt.

GEWINN: Sind diese risikofreudiger?

Kainz:  Dort wird das Ökosystem Start-ups schon seit 40 Jahren gelebt. In Europa beschäftigen wir uns erst seit etwa zehn Jahren mit dem Thema. Euro­päische Start-ups haben im Vergleich zu US-Start-ups folglich niedrigere Bewertungen, die Renditen sind aber höher, weshalb sie auch für ausländische Investoren interessant sind. Hier hat die österreichische Politik ­leider versäumt, attraktive Rahmenbedingungen wie etwa steuerliche Begünsti­gungen für Start-up-Investments zu setzen. Es fehlen ganz klar Anreize, um neben klassischen Business Angels oder Venture-Capital-Gesellschaften auch Privatanleger für diese Anlageklasse zu begeistern.

GEWINN: Private Anleger erteilen Start-up-Investments häufig eine Absage, weil sie diese im Vergleich zu Aktien, Immobilien und sogar Kryptowährungen als zu intransparent und zu risikoreich erachten. Können Sie das nachvollziehen?

Kainz: Start-up-Investment ist ein Hochrisikogeschäft und in der Vergangenheit ist hier viel Missbrauch passiert. Somit kann ich das natürlich nachvollziehen. Ich selbst habe aber auch schon viel Geld bei klassischen Aktieninvestments verloren. Wenn wir in Österreich bzw. in Europa innovativ und wettbewerbsfähig sein wollen, dann führt jedoch kein Weg an Start-ups vorbei.

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