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So werden Sie zum Stromproduzenten
Markus Peche auf dem Dach seines Steinmetzbetriebs: Die Photovoltaikanlage ist fast fertig, doch wegen eines fehlenden Wechselrichters verzögert sich die Inbetriebnahme.
© Pepo Schuster, austrofocus.at

Unabhängig vom hohen Strompreis

So werden Sie zum Stromproduzenten

Photovoltaikanlagen sind wegen der hohen Strompreise so gefragt wie noch nie. Was man bei der Planung beachten sollte, wie lange man derzeit auf die Lieferung warten muss und wann sich das eigene Sonnenkraftwerk rechnet.

Von Hans-Jörg Bruckberger und Robert Wiedersich

27.02.2023
Exklusiv für GEWINN-Abonnenten

Tak-tuk, tak-tuk, tak-tuk – die Kaffeemaschine klingt wie ein Fiakerpferd, das über die Wiener Ringstraße trabt. Dazu gesellt sich das Surren einer Schleifmaschine aus der Werkstatt nebenan. Und im Hintergrund die Stimme Robert Kratkys aus dem „Ö3-Wecker“ im Radio. Der Betrieb all dieser Geräte erhöht die Stromrechnung von Steinmetz Markus Peche. Noch, denn am Dach des Gebäudes in Wien-Inzersdorf ist seit Monaten eine Photo­voltaikanlage mit mehr als 40 Paneelen installiert. Das Problem: Sie liefert noch keinen Strom.

Für den Hausherrn ist seine Photovoltaikanlage mittlerweile ein leidiges Thema: Anfang September hat er die Anlage bei einem Wiener Photovoltaikspezialisten bestellt – mit dem Versprechen, dass sie noch 2022 in Betrieb gehen wird. „Die Paneele wurden tatsächlich rasch geliefert und am 10. Oktober montiert“, sagt Peche, „aber dann waren angeblich keine Wechselrichter zu bekommen.“ Ende Jänner wurden schließlich zwei Wechselrichter geliefert, einer war allerdings defekt, der andere offenbar ­unterdimensioniert, und eine Freigabe vom Netzbetreiber stand auch noch aus, als GEWINN im Februar zu Besuch war. „Ich muss gestehen, ich habe im Vorfeld nicht viel recherchiert und mich voll auf diesen Anbieter verlassen“, ärgert sich der Steinmetz.

Bis zu zwölf Monate Wartezeit

Der Boom bei Photovoltaik (PV) überfordert offenbar nicht nur Peches ­Anbieter, sondern stellt die gesamte Branche vor große Herausforderungen. Österreich hat im Jahr 2022 bei neu ­installierten PV-Anlagen erstmals die Gigawattmarke geknackt. Prognosen gehen davon aus, dass im abgelaufenen Jahr neue Anlagen mit einer Spitzenleistung von bis zu 1.400 Mega­watt dazugekommen sind, das wäre fast eine Verdoppelung zu 2021. Der Boom hatte bereits vor dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen. Schon 2021 verdoppelte sich die neu installierte Leistung gegenüber 2020 auf 740 Megawatt Peak (siehe Grafik).

Chart: Photovoltaikanlagen
Die finalen Zahlen für 2022 liegen noch nicht vor, aber die neu installierte Leistung wird eher im oberen Bereich der Prognosen liegen. Schon allein wegen des Rückstaus aus dem Vorjahr wird auch 2023 ein starkes Jahr.

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