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Plötzlich behindert© Andrey Popov - GettyImages.com

Arbeit und Behinderung

Plötzlich behindert

Es kommt ganz unerwartet. Ein Unfall, eine böse Diagnose, und das Leben ändert sich für immer. Da ist es gut, zu ­wissen, wohin man sich wendet.

Von Andrea Lehky und Susanne Kowatsch

26.04.2022
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Patrick Lerner heißt nicht wirklich so. Er ist langjähriger Redakteur eines bekannten Mediums, aktuell berichtet er unermüdlich auch über die Ukraine – vom Bett aus. Seit zwei Jahren hat der Mittvierziger die Diagnose ALS, eine nicht heilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems mit fortschreitenden Muskellähmungen als Folge. Lerner leidet aneiner seltenen Form, bei der er, obwohl bereits künstlich beatmet, reden und schlucken kann. „Ich bin einer der wenigen Österreicher mit Pflegestufe sieben, die freiwillig arbeiten“, sagt er. Besser, als „angefressen im Rollstuhl sitzen“, sei das jedenfalls. Nicht frei von Hürden, „aber für jedes Problem gibt es eine ­Lösung. Man muss nur etwas tun.“

Rollen wir anhand von Lerners Geschichte auf, woran man im Fall des Falles denken muss. Unisono hört man, dass die beste moralische Unterstützung von Leidensgenossen kommt. Für so gut wie jede Krankheit gibt es eine Selbsthilfegruppe, ob Krebshilfe, Blindenverband oder – neu – die CFS-Hilfe gegen das Chronische Erschöpfungssyndrom (ME/CFS). Experten in eigener Sache wissen, wie der Hase läuft – rasch Kontakt aufnehmen erspart leere Kilometer!

Bald kommt auch die Frage auf, ob und wann man den Arbeitgeber einbeziehen soll. Zu lange warten trägt nicht gerade zur Vertrauensbildung bei. Andererseits muss er jetzt zeigen, wie ernst der Employer-Branding-Standardspruch vom „Mensch im Mittelpunkt“ gemeint ist. Lerner entschied sich, sein Umfeld zügig zu informieren. Sein Arbeitgeber „reagierte großartig“ und unterstützt ihn nach Kräften. Das muss er auch: Tatsächlich sind Arbeitgeber verpflichtet, alle Aufwendungen für Umbauten, Computer und Arbeitsmittel zu tragen.

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