Hauptinhalt

Steuer-Tipps

Kalte Progression ist bald vorbei, weitere Boni und Einmalzahlungen kommen

Von Susanne Kowatsch

09.07.2022
Finanzminister am Pult
Ab 2023 soll die kalte Progression zumindest zu zwei Dritteln abgeschafft werden© BMF/Christopher Dunker

Ein weiteres „größtes Entlastungspaket“ passierte Mitte Juni in Anbetracht der galoppierenden Inflation den Ministerrat. Als Gesetz beschlossen werden die Details erst im Herbst. Das wohl längerfristig wichtigste Highlight: Die kalte Progression soll ab 2023 in allen Tarifstufen abgeschafft werden, außer bei Höchstverdienern mit mehr als einer Million Euro jährlich. Zwei Drittel davon sollen künftig automatisch den Erwerbstätigen und Pensionisten zurückgegeben werden, über das weitere Drittel darf die Politik innerhalb eines Jahres entscheiden, wie und an wen genau.

Ab nächstem Jahr sollen auch Sozialleistungen (wie Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgeld, Reha-, Krankengeld, Studienbeihilfe) automatisch an die Inflation angepasst werden.

Bereits für August sind für jedes Kind, das Familienbeihilfe erhält, 180 Euro einmalig zusätzlich angekündigt. Ab Oktober soll zudem ein bundesweit auf 250 Euro pro Person erhöhter Klima­bonus (für Kinder 125 Euro) ausbezahlt werden, dieser wird aufgrund der Teuerungswelle mit einem „Anti-Teuerungsbonus“ von 250 Euro pro Person aufgedoppelt.

Im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung sollen speziell Kleinverdiener und kleine Pensionen von ­einem einmaligen Teuerungsabsetz­betrag bis zu 500 Euro profitieren. Ein weiteres Zuckerl wird die Steuer­freiheit von Mitarbeiterprämien bis 3.000 Euro. Ein Opfer der neuen Regelungen gibt es auch: Der Start der neuen CO2-Bepreisung wurde von ­Juli auf Oktober verschoben.

Entlastungspaket – was alles kommen soll:

Für alle:

  • Abschaffung von zwei Dritteln der kalten Progression
  • 250 Euro Klimabonus ab Oktober pro Person (125 Euro für Kinder)
  • dazu 250 Euro „Anti-Teuerungsbonus“ einmalig pro Person (125 Euro für Kinder)
  • jährliche Inflationsanpassung von Sozialleistungen ab 2023 (Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgeld, Krankengeld, Studiengeld, Kinderabsetzbetrag)
  • einmaliger Teuerungsabsetzbetrag bis zu 500 Euro für kleine Einkommen/Pensionen (ab Bruttoeinkommen von 1.800 Euro aufwärts gilt eine Einschleifregelung)
  • 300 Euro Einmalzahlung an Arbeitslose, Sozialhilfebezieher und andere Bedürftige

Für alle mit Kindern:

  • 180 Euro pro Kind, für das Familienbeihilfe bezogen wird, zusätzlich (einmalig im August)
  • erhöhter Familienbonus Plus wird auf maximal 2.000 Euro (statt bisher 1.500 Euro) erhöht
  • erhöhter Kindermehrbetrag (550 Euro statt 450 Euro)

Für Unternehmen:

  • Strompreise werden teilweise kompensiert
  • Zuschüsse für energieintensive Unternehmen
  • Mitarbeiterprämien bis 3.000 Euro pro Mitarbeitersteuer- und ­abgabenfrei
  • Senkung von Lohnnebenkosten um 0,3% (Unfall-versicherungs­beitrag, Familienlastenausgleichsfonds)

Weitere Artikel

GEWINN Dezember 2022

Steuertipps zum Jahresende

Das Füllhorn des Fiskus ist derzeit übervoll, und zwar für Arbeitnehmer ebenso wie für Unternehmen....

Weiterlesen: Steuertipps zum Jahresende
GEWINN Dezember 2022 Exklusiv für GEWINN-Abonnenten

Investieren wie ein Weltmeister

Die beste Aufstellung für Ihr Portfolio von defensiv bis offensiv. Wie Sie mit Aktien, Fonds, ETFs...

Weiterlesen: Investieren wie ein Weltmeister
GEWINN Dezember 2022

Europaweit digital signieren

Das Salzburger Start-up Sproof, das im Frühjahr 2020 als Uni-Spin-off der FH Salzburg von Clemens...

Weiterlesen: Europaweit digital signieren