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Immunsystem im Takt
Entspannung und eine gute Tasse Tee unterstützen die Immunabwehr.
© AntonioGuillem – GettyImages.com

Gesundheit

Immunsystem im Takt

Stress, Schlafmangel und falsche Ernährung können unsere Abwehr schwächen. Lesen Sie hier, was dem Immunsystem im Alltag wirklich hilft.

Von Andrea Zauner-Dungl

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29.09.2026
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Unser Immunsystem ist komplex aufgebaut und darauf ausgerichtet, möglichst rasch und effektiv zu reagieren. Die unspezifische Abwehr – unser Grenzschutz – versucht, Krankheitserreger unschädlich zu machen und über Fresszellen zu entsorgen. Zusätzlich alarmiert sie die Kampfmannschaft, also die spezifische Abwehr, und signalisiert, welcher Keim eingedrungen ist, um diesen gezielt zu bekämpfen. Doch so ­ausgeklügelt unsere Immunabwehr ist, wir können sie auch schwächen.

Die stärksten Immunkiller

Stress ist einer der größten Gegenspieler unserer Abwehr. Übermannt uns die Arbeitsflut, sind wir oft versucht, durch Multitasking noch mehr zu schaffen. Doch je mehr Reize auf uns einprasseln, desto schwerer fällt es uns, zu regenerieren. Als Folge bremst eine erhöhte Cortisolausschüttung nicht nur die körpereigene Abwehr, sondern verschlechtert auch den Schlaf. Schlafen wir kontinuierlich weniger als sieben Stunden, werden die Resetphasen, in denen der Körper Reparatur und Erholung ermöglicht, kürzer. Auch die Bildung wichtiger Abwehrzellen kann durch Schlafmangel beeinträchtigt werden.

Doch nicht nur zu wenig Erholung, auch Bewegungsmangel bremst unsere Immunabwehr, denn sie braucht punktuelle Reize, um ausreichend ­aktiv zu bleiben.

Und schließlich spielt auch die ­Ernährung eine wichtige Rolle. Das Immunsystem zieht sich wie ein feinmaschiges Netzwerk durch unseren Körper. Die größte Barriere nach außen ist unser Darm, deshalb befinden sich hier auch rund 80 Prozent der Abwehrzellen. Umso wichtiger ist es, das Darmmilieu mit präbiotischen Stoffen zu nähren. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Zwiebel, Knoblauch, Lauch, Hafer, Reis und Kartoffeln liefern jede Menge „Kraftfutter“ für die Darmflora.

Wer seiner Abwehr Gutes tun will, kann fünf wirksame Maßnahmen in den Alltag integrieren.

  • Bereits in der Früh hilft es, das ­Gesicht kurz mit kaltem Wasser abzuduschen. Nach dreimaliger Wiederholung fühlt sich nicht nur unsere Haut erfrischt an, auch die Abwehrarmada kann wieder so richtig loslegen.
  • Wer unter Frösteln und kalten ­Füßen leidet, kann sich mit einem ­heißen Senfmehlfußbad Gutes tun. Besonders dann, wenn eine Erkältung mit dumpfem Kopfschmerz und verstopfter Nase beginnt. Das Fußbad bringt reflektorisch die Kopflymphe wieder in Schwung.
  • Ausreichend zu trinken, ist auch an kalten Tagen wichtig. Für Immunsystem und Atemwege können insbesondere Tees mit Heilpflanzen wie Holunder- und Lindenblüten, aber auch mit Eisenkraut wohltuend sein.
  • Getreu dem Motto „Lass deine Nahrung Heilmittel sein“ gilt eine Hühnersuppe mit Ingwer und Thymian als echter Turboboost gegen Erkältungen. Die Scharfstoffe (Gingerole) des Ingwers docken an speziellen Rezeptoren der Fresszellen an und können diese aktivieren. Die im Hühnerfleisch enthaltene Aminosäure Cystein bremst Entzündungsprozesse. Und last, but not least ist der Thymian nicht nur eine gute Geschmacksbeigabe. Er wirkt auch antibakteriell.
  • Spurenelemente sind für eine gesunde Abwehr unverzichtbar. Insbesondere Zink, Kupfer und Selen spielen eng mit Eisen zusammen. Dadurch kommt es zu optimalem Zellschutz vor oxidativem Stress sowie rascherer Teilung und Reifung der Immunzellen. Natürliche Quellen sind rotes Fleisch, Fisch, Pilze, Hülsenfrüchte, Cashewkerne, Paranüsse und Haferflocken.

Phytotherapie

Bei ausgeglichenem Lebenswandel können Sie außerdem über Immunstimulanzien auf das Abwehrsystem einwirken. Der Rote Sonnenhut (Echinacea purpurea) wirkt wie ein Trainingsreiz auf die Abwehrzellen. Er steigert die Leukozytenzahl und aktiviert die Phagozytoseleistung der ­Granulozyten. Vereinfacht gesagt forciert er die Arbeitsleistung der „Fresszellen“. Wichtig dabei ist allerdings, Echinacea bereits vor einem Infekt kurmäßig anzuwenden. Die derzeitige Empfehlung lautet: zwei Wochen ­Einnahme des Phytotherapeutikums, anschließend zwei Wochen Pause. ­Danach den Vorgang wiederholen. 

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