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„Ich sage es ganz offen: So eine Bürokratie ist ein Stimmungskiller“
Martha Schultz ist als neue Präsidentin „eine Frau der Tat“. Sie entscheidet klar und strukturiert.
© Pepo Schuster, austrofocus.at

Interview

„Ich sage es ganz offen: So eine Bürokratie ist ein Stimmungskiller“

Mitten in der größten Krise der Wirtschaftskammer war eine Frau als neue Chefin die von allen akklamierte Lösung. In ihrer kurzen Amtszeit sind schon etliche „Großkopferte“ ihre prestigeträchtigen Ämter losgeworden. Martha Schultz ist raue Herzlichkeit gewohnt.

Von Georg Wailand

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19.05.2026
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Sie sitzt dort, wo schon viele Männer vor ihr gesessen sind, aber für sie ist es nichts Besonderes, in der Poleposition zu sein: Die Unternehmerin Martha Schultz soll als neue Präsidentin der Wirtschaftskammer Österreich diese Organisation reformieren und zukunftsfit machen. Als erste Frau in diesem Amt hat sie einiges vor, die wichtigsten Themen hat sie GEWINN-Herausgeber Georg Wailand verraten.

GEWINN: Schon eingewöhnt? In diesem Zimmer habe ich schon viele Kammer-Präsidenten interviewt, von Ing. Sallinger bis zuletzt, wenige Stunden vor seinem Rücktritt, Harald Mahrer. Aber eine so große Organisation ist doch etwas anderes als ein privates Unternehmen …

Schultz: Ja, aber ich bin die Siebentagewoche schon bisher gewöhnt. Ich musste meine Zeit gut einteilen.

GEWINN: Wie groß ist Ihre Firmengruppe?

Schultz: Als Tirolerin bin ich natürlich stolz darauf, wir beschäftigen rund 800 Mitarbeiter, zu unserer Gruppe gehören Seilbahnen, Hotels, Restaurants und Baufirmen. Drei Tage bin ich jetzt immer in Wien, die andere Zeit in der Firma, die ich gemeinsam mit meinem Bruder leite. Aber schon meine Mutter hat gewusst, was viel arbeiten heißt, sie hat sich mit 17 Jahren selbstständig gemacht und es als Alleinerzieherin gut geschafft.

GEWINN: Sie aber sind heuer angetreten, um die Kammer in einer schwierigen Situation aus den negativen Schlagzeilen zu holen und gründlich zu reformieren. Da macht man sich nicht überall beliebt.

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