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Private Banking
Geld anlegen wie die Reichen
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Besonders vermögende Menschen umgibt oftmals eine nahezu unnahbare oder mystische Aura. Als „Normalsterblicher“ stellt man sich vor, wie sie in diskreten, noblen Besprechungsräumen hinter schweren Vorhängen „geheime“ Anlagetipps zugeflüstert bekommen und man für sie maßgeschneiderte, hochkomplexe Finanzinstrumente kreiert, die ihnen sagenhafte Renditen ermöglichen, von denen Kleinanleger nur träumen können.
Doch ein Blick hinter die Kulissen der Vermögensberatung und der -verwaltung bei Superreichen, die im Banking-Jargon High-Net-Worth Individuals genannt werden, zeigt, dass es hier deutlich rationaler und nüchterner zugeht, als man von außen betrachtet meinen möchte. Die gute Nachricht für klassische Privatanleger lautet daher: Es sind nicht geheime Tipps und exklusive Zugänge, die den Unterschied bei der Geldanlage ausmachen, sondern einfache Regeln und Prinzipien, die man diszipliniert einhalten muss.
Kein Informationsvorsprung
Wer fest daran glaubt, dass der nachhaltige Erfolg der großen Vermögen allein auf einem elitären Informationsvorsprung basiert, wird in der tagtäglichen Praxis der heimischen Banken schnell eines Besseren belehrt. Es geht im Private Banking nicht um die berühmte Kristallkugel, sondern um die glasklare, unmissverständliche Definition der eigenen finanziellen Ziele. Horst Maier, Leiter des Private Bankings der BKS, kennt diese oft übersehene Realität aus seiner täglichen Arbeit: „Ich glaube, im großen Ganzen sind die sehr vermögenden Kundinnen und Kunden nicht besser informiert als die anderen. Der Unterschied ist jedoch, dass sie genau wissen, was sie mit ihrem Vermögen erreichen wollen, und eine Strategie verfolgen.“
Diese angesprochene Strategie äußert sich in der Praxis oftmals in einer gezielten Aufteilung des Portfolios. Wo der durchschnittliche österreichische Privatanleger nicht selten den Fehler macht, mit einem einzigen, unstrukturierten Wertpapierdepot alle finanziellen Lebensziele gleichzeitig abbilden zu wollen, arbeiten die Profis mit einer rigorosen Trennung der einzelnen Anlagezwecke.
Diese sogenannte „Bucket“-Strategie, bei der jedes Anlageziel einen eigenen „Topf“ an Investments erhält, ist auch aus Sicht von Roland Jacubetz, Leiter des Bereichs Private Banking & Wealth Management der Erste Bank, ein Schlüssel zum Erfolg: „Je vermögender jemand ist, desto stärker wird in verschiedenen Investmentlösungen bzw. -strategien gedacht. Zum Beispiel ein Teil des Vermögens, der in 20 Jahren an die Kinder weitergegeben werden soll, und ein Topf, der in fünf Jahren für einen Immobilienzukauf gebraucht wird. Dadurch kann man jeweils eine maßgeschneiderte Veranlagungsstrategie für das entsprechende Ziel und Anlagehorizont wählen und das Geld arbeiten lassen. Bei den restlichen 95 Prozent der Kunden versucht man häufiger, eine Lösung für alles zu finden, was oft eine Herausforderung bei der Abwägung zwischen Rendite, Risiko, Veranlagungsdauer und Investitionsmöglichkeiten darstellt.“
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