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„Europa ist leider ein Schlafwagenbetrieb“
Ferdinand ­Dudenhöffer ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler. Er beschäftigt sich vor allem mit der Auto­mobil­wirt­schaft, was ihm einen Ruf als „Auto­papst“ ­einbrachte.
© Car- Center Automotive Research

Interview mit Prof. Ferdinand Dudenhöffer

„Europa ist leider ein Schlafwagenbetrieb“

„Autopapst“ Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Centers for Automotive Research in Duisburg, ist überzeugt: Das Auto hat eine große Zukunft vor sich – elektrisch, digital und selbstfahrend. Was das für die Branche bedeutet und wieso Europa der Entwicklung hinterherhinkt, erklärt er im Exklusivinterview mit GEWINN.

Von Hans-Jörg Bruckberger

28.03.2023
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GEWINN: Herr Professor, die Autoindustrie erlebt eine Transformation in Richtung Digitalisierung und Elektrifizierung. Ist das E-Auto der Weisheit letzter Schluss? Und wie schlägt sich Europa bei dieser Transformation?

Ferdinand Dudenhöffer: Europa ist leider ein Schlafwagenbetrieb – wir sind sehr langsam, diskutieren viel, anstatt Dinge umzusetzen und Chancen zu nützen. Bestes Beispiel ist das autonome Fahren. Das wird kommen, eine großartige Technologie. Wieso soll man diese nicht nutzen? Das wäre so, wie wenn man heute noch ein Tastenhandy verwenden würde anstatt eines Smartphones. China ist schon fast so weit, dass das umgesetzt wird. Im Übrigen geht in vielen Ländern Europas bei der Umstellung auf E-Autos generell wenig weiter. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur schreitet nur langsam voran, und in Deutschland gehen die Förderungen zurück. Das ist für mich wirklich unverständlich, denn die Zukunft ist rein elektrisch, also auch ohne Plug-in-Hybride. Und andere ­Antriebssysteme wie Brennstoffzellen oder E-Fuels haben eine schlechte Energieeffizienz. Also batterieelektrisch ist für den Pkw gesetzt.

GEWINN: Sind E-Autos in Europa nicht generell noch viel zu teuer, um sich im großen Stil durchzusetzen?

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