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Dividenden auf Rekordniveau
Gerade in schwierigeren Marktphasen können Dividenden­zahlungen der ­Psyche von ­Anlegern guttun.
© frentusha - GettyImages.com

Dividendenaktien

Dividenden auf Rekordniveau

2026 ist bislang kein einfaches Jahr für Anleger. Umso erfreulicher, dass sich ein „warmer Geldregen“ durch hohe Dividendenausschüttungen abzeichnet. GEWINN zeigt, welche Strategien erfolgreich sind.

Von Hans-Jörg Bruckberger und Martin Mayer

31.03.2026
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„Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage und großer politischer Risiken ist die fast rekordhohe Dividendenausschüttung der DAX-Konzerne eine sehr positive Nachricht.“ Das sagte Jan Brorhilker, Managing Partner bei EY, im April 2025. Nun, ein Jahr später, ist diese Aussage genauso gültig. Wobei weder die Risiken noch die Dividenden weniger geworden sind. Im Gegenteil! 

Laut einer Analyse von Janus Henderson sind Dividendenzahlungen weltweit seit 2020 kontinuierlich angestiegen. 2025 erreichten sie laut Schätzungen des Instituts ein Rekordniveau von mehr als 1,8 Billionen US-Dollar (siehe Grafik). Der Vermögensberater Vanguard spricht gar schon von mehr als zwei Billionen Dollar, die zuletzt weltweit ausgeschüttet worden seien – und sieht gute Chancen, dass auch 2026 ein starkes Dividendenjahr wird, schließlich würden steigende Preise für Edel- und Industriemetalle die Cashflows in den Industrie- und Grundstoffsektoren stärken – zwei Bereiche mit traditionell hoher Rendite.

Chart: Jährliche Dividendenausschüttungen weltweit
Nach einem kurzen Rückgang der Dividenden während der Pandemie im Jahr 2020 gab es 2025 laut den Experten von Janus Henderson bereits den fünften Dividendenrekord in Folge.

Vorsicht, Falle!

Letzteres ist das, was für Privatanleger zählt. Viktor Nossek, Leiter Investment- und Produktanalyse bei Vanguard Europe, betont die stabilisierende Rolle von Dividenden im Portfolio: „Anleger, die ihre Strategie auf Anlagen mit einer hohen Ausschüttungsquote ausgelegt haben, können in den vergangenen fünf Jahren auf einen Renditeanteil von über einem Drittel allein aus Dividendenausschüttungen zurückblicken.“

Stuart Empson, Investment Director Equities bei Aviva Investors, ergänzt: „Gerade in einem unsicheren Marktumfeld können Dividendenstrategien eine wichtige Rolle spielen. Unternehmen, die regelmäßig Dividenden zahlen, haben häufig reifere und stabilere Geschäftsmodelle mit verlässlichen Cashflows. Dadurch weisen sie tendenziell defensivere Eigenschaften auf.“ Denn, so die Logik dahinter, nachhaltige Dividenden gehen für gewöhnlich mit soliden Geschäftszahlen einher und zeugen von einer gewissen Resilienz in schwierigeren Zeiten.

Eine stattliche Rendite von mehr als sieben Prozent bietet etwa Energy Transfer, ein amerikanischer Pipelinebetreiber. Das Unternehmen ist traditionell ein großzügiger Dividendenzahler, und das Geschäft läuft gut. Der Kurs der Aktie hat sich zuletzt ebenfalls erfreulich entwickelt, und Analysten sind begeistert.

Aber Achtung: Eine hohe Dividende kann mitunter auch ein Alarmsignal sein. Wenn ein Unternehmen mehr Geld an Aktionäre ausschüttet, als es im laufenden Geschäft an Gewinn erwirtschaftet hat, zehrt das langfristig an der Substanz. „Die Ausschüttungsquote, also der Anteil des Gewinns, der ausgeschüttet wird, sollte bei 40 bis 50 Prozent liegen. Bei Unternehmen, deren Gewinne sich sehr stabil entwickeln, kann es auch etwas mehr sein. Aber sie sollte nicht so hoch sein, dass sie längerfristig die Auszahlung einer Dividende gefährdet“, meint dazu etwa Thomas Schüßler, Manager des DWS Top Dividende, im GEWINN-Interview (siehe Lesetipp).

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