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Wüstentrekking
Die Wüste reinigt die Seele
Stille. Es ist nichts zu hören. Die Lautlosigkeit macht dem Mitteleuropäer die Reizüberflutung des Alltags bewusst – doch dieser rückt gerade in weite Ferne. Unsere Wandergruppe bevorzugt das wohltuende Nichts der Wüste Jordaniens. Soeben versank die Sonne als glutroter Ball in der Dana-Schlucht, die tief unter uns liegt. Ruhe umfängt uns.
Tags darauf werden die Bergschuhe geschnürt, und wir machen das, was Beduinen seit Jahrhunderten machen: Wir begeben uns auf Wanderschaft (in Jordanien pflegen noch rund zehn Prozent der Bevölkerung die nomadische Lebensweise). Ahmed Abdal Fattah Algehlany, Guide von Weltweitwandern, führt uns in das Dana-Naturreservat, das größte Schutzgebiet Jordaniens: In die 1.700 Meter hohen Berge mit bizarren Felsformationen und vielfarbigen Gesteinsschichten zwischen Weiß, Grau, Goldgelb und Rotbraun gräbt sich der Dana-Canyon bis zu 1.400 Meter tief ein. Schritt, Schritt, Schritt. Die Beine machen sich selbstständig, die Abstinenz der Reize macht den Kopf frei.
Doch die Wüste ist nicht nur öd und leer, Überlebenskünstler trotzen ihrer Feindlichkeit. Entlang winziger Wasserläufe überrascht das Grün von Schilfhalmen, von Akazien oder von Pistazienbäumen. Wir erspähen (oder hören) Vögel, magere Ziegen und Schafe zupfen an dürren Halmen. „Im einzigartigen Ökosystem des Dana-Naturreservats gibt es 800 Pflanzen- und 450 Tierarten“, sagt Ahmed. Und welch freudige Überraschung: Als wir um eine Kurve biegen, erwartet uns ein am offenen Feuer zubereitetes Mittagessen. Ganz nach Sitte der Beduinen, für die Gastfreundschaft seit jeher oberstes (und früher überlebensnotwendiges) Gebot ist.
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