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Die Wetterfühligkeit in Schach halten
Wenn sich Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck rasch ändern, löst das bei vielen Menschen Beschwerden aus.
© mauritius images/Alamy Stock Photos/Anja Schaefer

Gesundheit

Die Wetterfühligkeit in Schach halten

Dunkle Gewitterwolken ziehen auf und plötzlich meldet sich der Körper. Viele Menschen spüren Wetterumschwünge im eigenen Befinden.    

Von Andrea Zauner-Dungl

31.03.2026
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Ein Druck im Kopf, Kreislaufprobleme und eine schwer erklärbare innere Unruhe. Hinter diesen Beschwerden steckt häufig das Phänomen der Wetterfühligkeit. Auch wenn es wissenschaftlich nicht eindeutig belegt ist, geben in Öster­reich rund 35 Prozent der Menschen an, entsprechende Beschwerden zu verspüren, Frauen mehr als Männer.

Wenn sich Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck innerhalb kurzer Zeit rasch verändern, ist das vegetative Nervensystem besonders gefordert. Es sorgt dafür, dass unser Körper ständig auf äußere Veränderungen reagiert und das Gleichgewicht zwischen Anspannung und Erholung hält. Gerät der Körper durch Stress oder eine bestehende Erkrankung bereits unter Druck, kommt das Gleichgewicht leichter ins Wanken. Die Folgen können Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme oder Müdigkeit sein. Wetterfühlige Menschen haben dabei meist eine niedrigere Reizschwelle. Sie reagieren empfindlicher und spüren einen Wetterumschwung oft schon, lange bevor sich am Himmel etwas zusammenbraut.

Forschende vermuten, dass un­sere Anpassungsfähigkeit abnimmt, weil wir immer seltener Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Wer sich meist in gleichbleibender Wohlfühltemperatur bewegt, egal, ob im Auto, im Büro oder zu Hause, trainiert sein Gefäßsystem kaum. Umso wichtiger ist ein Lebensstil, der den Körper wieder an natürliche Reize ­gewöhnt. Empfohlen wird Bewegung wie Spazierengehen, Laufen oder ­Radfahren an der frischen Luft. Auch Wechselduschen können helfen. Hier empfehle ich, Kälteanwendungen jedoch immer nur dann durchzuführen, wenn Ihnen angenehm warm ist. Das bedeutet, erst warm zu duschen und nur zum Schluss kurz kalt.

Handlungsfähigkeit zurückholen

Das eigenen System wieder in Schwung zu bringen braucht Zeit. Es gibt aber hilfreiche Tipps. Bei Schwindel und Kreislaufproblemen können „Ad-hoc-Kaltwasseranwendungen“ in Form von Unterarmgüssen helfen. Die Pulsstellen zwei bis drei Minuten ­unter kaltes fließendes Wasser halten oder mehrmals die Unterarme bis zum Ellenbogen in ein kaltes Armbad tauchen. Sitzen Sie gerade in einem Meeting, können Sie alternativ dazu einfach den Akupunkturpunkt KS 9 anwenden. Mit dem Daumennagel ­eine Minute lang fest in die Kuppe des Mittelfingers der gleichen Hand drücken. Die Lebensgeister erwachen ganz besonders, wenn Sie die Stimulation an beiden Händen zur gleichen Zeit durchführen.

Um Müdigkeit zu lindern, eignen sich außerdem kühlende Fluide im Nacken. Bei Kopfschmerzen, die vom Nacken ausgehen, bewirkt ein mentholhältiges Fluid wahre Wunder, denn Menthol hemmt die Schmerz­weiterleitung. Mit der Fingerkuppe des Zeigefingers entlang des Haaransatzes damit einreiben und punktförmig den Punkt G 20 (sie finden ihn am Haaransatz in einem Grübchen links und rechts der Halswirbelsäule) zwei Minuten lang pulsierend massieren.

Last, but not least können auch besonders leichte Mahlzeiten wie ­gedünsteter Fisch mit Gemüse die Wetterfühligkeit in Schach halten. Ganz besonders empfehlenswert sind zudem Lauch oder Jungzwiebeln, aber auch Kresse, Radieschen und alles Grüne wie zum Beispiel Bittersalate. Die Energie bewegen und besänftigen ist das Motto der Traditionellen Chinesischen Medizin. Mild anregende Scharfstoffe, die die Durchblutung steigern, bremsen aufkeimende Müdigkeit. Wichtig ist allerdings, zu oben genannten Lebensmitteln und nicht zu Chili und Ähnlichem zu greifen.

Egal, welches Instrument gegen Wetterfühligkeit Sie anspricht, probieren Sie es aus. Es muss nicht ­perfekt sein, aber kontinuierlich. So wechseln Sie die Rolle vom Opfer zum Gestalter Ihrer Gesundheit!

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