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Der Demenz entgegensteuern
Ganz gleich ob Sie einen Sprach-, Handwerks-, Koch-, EDV-, Sport- oder Tanz-Kurs ­besuchen: Aktivität durchblutet das Gehirn.
© kzenon – GettyImages.com

Prävention

Der Demenz entgegensteuern

Die passende Vorbeugung ist ein aktiv durchblutetes Gehirn durch ausgewogene Ernährung, Bewegung, geistige Aktivität, emotionale Gesundheit und Lebensfreude durch aktive soziale Kontakte.

Von Andrea Dungl-Zauner

27.02.2023

Unser Gehirn und seine Leis­tungsfähigkeit sind im Wesentlichen von der Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen abhängig. Somit ist ein gesundes Herzkreislaufsystem die Basis eines leistungsfähigen Gehirns, das mit 20 Prozent recht viel Energie aus unserer Ernährung benötigt, um bestmöglich zu funktionieren. Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die sich bewusst gesund ernähren seltener erkranken. Die benötigten Kalorien sollten in Ihrer Nahrung als vollkorn­reiche Kohlenhydrate vorkommen. Sie werden im Gehirn überwiegend in Form von Glukose (Zucker) verwertet.

Zudem benötigt das Gehirn ­Eiweiß und langkettige Omega-3-Fettsäuren sowie Antioxidantien, die nervenzellschützende Nährstoffe enthalten, welche wiederum freie Radikale abwehren. Omega-3-Fettsäuren sind in fettem Seefisch sowie in kaltgepresstem Raps-, Oliven- und Leinöl. Antioxidantien kommen u. a. in Obst, Gemüse, grünem Tee sowie im Olivenöl vor. Essen Sie viel Obst und Gemüse, falls möglich kalt, wie etwa in Salaten.

Zellschutz bieten auch Polyphenole aus Olivenöl, Heidelbeeren und rotem Traubensaft. Essen Sie Nüsse in kleinen Mengen mit ihren wertvollen Eiweißbausteinen, Spurenelementen und Fetten. Genießen Sie mehr Fisch und Geflügel und weniger rotes Fleisch. Konzentrieren Sie sich nicht auf einige wenige Nahrungsmittel, sondern lassen Sie Ihren Teller immer möglichst bunt aussehen, denn mit einer ausgewogenen Ernährung versorgen Sie Körper und Gehirn mit allen notwendigen Nährstoffen. Kaffee und grüner Tee schützen durch Antioxidantien.

Bewegung

Sie steigert nicht nur unsere körperliche Fitness, sondern hält auch unser Gehirn gesund. Es wird besser durchblutet, die Nervenzellen werden gestärkt und es können sich sogar neue Nervenzellen bilden. Gestalten Sie Ihren Alltag aktiv und bleiben Sie in Bewegung. Nutzen Sie jede Gelegenheit – nehmen Sie die Treppe statt des Aufzugs, lassen Sie öfter mal das Auto stehen und fahren Sie Fahrrad oder gehen Sie zu Fuß, machen Sie regelmäßig einen Spaziergang oder arbeiten Sie im Garten.

Zwanzig Minuten pro Tag wären ideal. Wenn Sie dabei leicht ins Schwitzen kommen, ist es optimal. Gleich, ob Fitnessstudio, Qi Gong, Walken, Schwimmen oder Tanzen – Sie fördern die Balance, beugen Stürzen vor, kräftigen die Muskulatur und wirken positiv auf die Ausdauerleistungsfähigkeit. Auch Sitz- oder Hockergymnastik kann effektiv sein, wenn Sie nicht mehr so lange stehen können.

Emotionale Gesundheit

Ein weiterer wichtiger Faktor für emotionale Gesundheit ist die Zahl sozialer Kontakte. Diese nimmt im Alter häufig bis zur Einsamkeit ab. Soziale Kontakte halten unseren Kopf jedoch fit. Im regelmäßigen Austausch mit anderen Menschen sind wir auf vielfache Weise gefordert. Einsamkeit im Alter und depressive Verstimmungen haben Einfluss, sowohl auf die seelische als auch auf die körperliche Gesundheit. Der regelmäßige Kontakt zu Bekannten und Freunden wirken dem geistigen Abbau entgegen.

Planen Sie Ihre Freizeit aktiv. Treffen Sie andere bei Kultur, Musik, Sport und Kunst. Nehmen Sie Urlaub vom Alltag und reisen Sie in einer Gruppe. Helfen Sie anderen Menschen im Rahmen eines Ehrenamtes in Kirchengemeinden, bei sozialen Trägern oder Seniorenwohnheimen. Gehen Sie alten oder neuen Hobbys und Interessen nach.

Gleich, ob Sie ­einen Sprach-, Handwerks-, Koch-, EDV-, Sport- oder Tanz-Kurs besuchen oder mit anderen lernen oder Spiele spielen. Gleich, wie sehr Sie sich dabei anstrengen müssen: Solche Herausforderungen sind tolle Möglichkeiten, unser Gehirn in Schwung zu halten und Spaß zu haben – insbesondere, wenn man sich selbst keinen Leis­tungsdruck macht.

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