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Anleger entdecken Hinterstoder
Auf 1.400 Metern liegen die Lodges und das Hotel des Alpinresorts Triforêt. Eröffnung: 2023
© Limestone

Ferienimmobilien

Anleger entdecken Hinterstoder

Einmal am Berg, einmal im Tal: Gleich zwei Hotelprojekte im oberösterreichischen Wander- und Skiort verkaufen Apartments an Anleger. Zweitwohnsitze sind nicht das Ziel, dafür eine attraktive Rendite.

Von Robert Wiedersich

28.06.2022

Die Idee mit dem Berghotel Hinterstoder kam Unternehmensberater Michael Fröhlich während eines winterlichen Lockdowns. Alles war zu. Die Lifte, die Hotels. Fröhlich, der allein in seinem Privathaus auf der Höss – so heißt das lokale Skigebiet – saß, hatte viel Zeit zum Nachdenken. Und da reifte der Plan, dass das benachbarte, aber geschlossene Berghotel aus den 1970er-Jahren der perfekte Standort für ein zeitgemäßes Tourismusprojekt wäre.

„Solche Lagen am Berg auf 1.400 Metern, schneesicher, direkt im Skigebiet gibt es in Österreich so gut wie nicht mehr. Die meisten Projekte entstehen im Tal. Auch im Sommer ist es dort oben optimal, um den Hitzewellen zu entkommen“, ist der Berater überzeugt. Gemeinsam mit dem Immobilienentwickler Alois Aigner, wie Fröhlich unweit von Hinterstoder aufgewachsen, kaufte er das in die Jahre gekommene Hotel. Das ganze Vorjahr wurde intensiv geplant und seit März wird am Alpinresort mit dem Namen Triforêt gebaut. Dazu wird das Bestandsgebäude nicht abgerissen, sondern entkernt und zu einem Vier-Sterne-Boutiquehotel mit 41 Apartments umgebaut, inklusive 1.000 Quadratmeter Spa-Bereich mit Pool, Fitnessstudio und Sauna und einem Restaurant an der Piste.

Rund um das Hotel entstehen 20 frei stehende Lodges, die im wahrs­ten Sinne des Wortes zwischen die Bäume gebaut werden. „Tatsächlich wurden alle Bäume vermessen und die Lodges dazwischen geplant. Der Plan ist, so wenig wie möglich vom Baumbestand abzuholzen, da der Charakter eines lichten Waldes erhalten bleiben soll“, so Fröhlich. Die Lodges sind ­zwischen 44 und 135 Quadratmeter groß, die Apartments im Haupthaus zwischen 35 und 100 Quadratmeter.

Lodges starten bei 600.000 Euro

Um das ambitionierte Projekt zu finanzieren, setzt Fröhlich auf private Anleger, die als Eigentümer des jeweiligen Apartments oder der Lodge im Grundbuch eingetragen werden. Die kleinste Lodge (für drei Personen) startet bei 600.000 Euro, das kleinste Apartment bei 280.000 Euro. Die Preise inkludieren bereits die gesamte Einrichtung bis hin zum Kaffeelöffel, die für die touristische Vermietung notwendig ist. Aufgrund der steigenden Baukosten ist es laut Fröhlich möglich, dass es bei den Preisen noch zu Anpassungen kommt. 25 Prozent der Einheiten sind bereits verkauft.

Schon im Dezember 2023 will man die ersten Gäste im Triforêt begrüßen. Die Eigentümer müssen sich freilich nicht selbst um die Vermietung kümmern. Das gesamte Resort wird für 30 Jahre von der deutschen Hotelgruppe Arcona gepachtet, die bereits Häuser in Kitzbühel oder auf Sylt betreibt. Die Eigentümer werden am Gesamtumsatz des Resorts beteiligt. Unabhängig von der Auslastung garantiert Arcona eine fixe Sockelpacht von zwei Prozent.

Fröhlich rechnet jedoch mit einer höheren Rendite von vier Prozent, die bei einer Auslastung von 65 Prozent erzielt wird. Um diese zu erreichen, wird das Hotel das ganze Jahr geöffnet bleiben. „Hinterstoder ist schon jetzt keine reine Winterdestination. Der Sommerbetrieb ist fast genauso wichtig“, erklärt Fröhlich, der sich um die Auslastung wenig Sorgen macht.

Wer ins Triforêt investiert, für den muss die Vermietung an Gäste jedenfalls klar im Vordergrund stehen. Ein Zweitwohnsitz ist nicht möglich. Das Resort ist ein rein touristisches Projekt. Wer in seiner Immobilie urlauben will, muss dafür buchen und bezahlen wie andere Gäste auch. Es gibt keine Garantie, dass man genau in seinem Apartment oder in seiner Lodge übernachtet, vor allem bei kurzfristigen Buchungen. „Als Eigentümer erhält man aber 30 Prozent Rabatt. Nicht nur in Hinterstoder, sondern in allen Arcona-Häusern“, so Fröhlich.

Fixe Rendite bei der Talstation

Während das Triforêt am Berg bei der Mittelstation entsteht, hat das Apartho­tel Alprima bei der Talstation direkt im Ort Hinterstoder bereits eröffnet. Das Grazer Vorsorgewohnungsunternehmen C&P hat das neue Hotel, das aus vier benachbarten Gebäuden besteht, übernommen und verkauft dort seit April 73 Ferienwohnungen zwischen 27 und 75 Quadratmeter. Die kleinsten Einheiten starten bei 190.000 Euro, 20 wurden schon verkauft.

Aparthotel Alprima
Bei der Talstation der Seilbahn in Hinterstoder kann man bereits im Aparthotel Alprima urlauben. Die kleinsten Einheiten starten für Anleger bei 190.000 Euro© Daniel Hinterramskogler

Nur zwölf Einheiten können auch als Zweitwohnsitz genutzt werden, bei den restlichen Apartments stehen Vermietung an Touristen und das Erzielen von Rendite im Vordergrund. Die C&P Alps Resorts GmbH übernimmt für die Eigentümer die professionelle Vermietung und Verwaltung und verspricht eine fixe Rendite von 3,64 Prozent p. a. über die ersten 20 Jahre. Wer in seinem Investment urlauben will, muss auch hier seinen Aufenthalt buchen. Der Vorteil für Eigentümer: Sie bekommen die Zimmer für maximal fünf bis sechs Wochen pro Jahr je nach Saison um 30 bis 50 Prozent rabattiert.

Bei C&P denkt man bereits über einen Ausbau des Alprima nach. Ein fünftes Haus könnte dazukommen.

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