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Zwischen Endspurt und Erholung
Ein gutes Zeit­management im ­Vorfeld kann dem Krankwerden im Urlaub vorbeugen.
© Svitlana Hulko – GettyImages.com

Gesundheit

Zwischen Endspurt und Erholung

Der Urlaub naht, und gerade da steigen viele von uns ­wieder auf das „innere Gaspedal“. Welche Strategien helfen, um nicht kraftlos in den Urlaub zu gehen. 

Von Andrea Zauner-Dungl

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30.06.2026
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Kurz vor dem Urlaub steigern wir das Arbeitspensum oft auf ein Maximum, denn wir wollen die Auszeit ja so richtig genießen können. Und genau dann, wenn wir zur Ruhe kommen könnten, passiert es: Die „Leisure Sickness“ schlägt zu. Der Körper meldet sich mit Kopfschmerz, Erkältungssymptomen und allgemeiner Müdigkeit. Die Ursache liegt wohl darin, dass durch die Ausschüttung von Stresshormonen Entzündungen, aber auch Krankheitserreger unterdrückt werden, um leistungsfähig zu bleiben. Kaum sinken Cortisol und Adrenalin, fährt auch das Immunsystem herunter, und Keime haben kurzfristig ein leichtes Spiel. Um diesmal nicht Opfer davon zu werden, lassen sich aber ­einige Maßnahmen setzen.

Zeitmanagement und Bewegung

Machen Sie sich für die letzten 14 Tage vor den Ferien eine To-do-Liste, um den Zeitdruck zu entschärfen: Was muss wirklich noch erledigt werden? Wer kann etwas davon übernehmen? Was kann bis nach dem Urlaub warten? Und: Planen Sie den letzten Arbeitstag als Pufferzeit, um auf Kurzfristiges reagieren zu können.

Versuchen Sie, inneren Druck ­zudem durch Bewegung abzubauen. Keine Sorge, es muss hierfür nicht ­unbedingt eine „Runde Laufen“ sein. Geht gerade etwas schief, so ärgern Sie sich nicht darüber, sondern begegnen Sie Ihrem Unmut kurz und aktiv. Als Kind hat man vielleicht das eine oder andere Mal kurz am Boden aufgestampft, um Dampf abzulassen – tun Sie es jetzt auch. Trampeln Sie eine ­Minute ganz intensiv und schnell am Boden oder werfen Sie mehrmals hintereinander einen Antistressball an die Wand. Nach einem kurzen Moment des Abreagierens wird bewusst, dass die ­Situation ohnehin nur mit ­einem sachlichen Zugang in den Griff zu ­bekommen ist.

Gesunder Schlaf und Ernährung

Auch wenn es paradox erscheinen mag, aber Schlaf verhilft zu mehr anstatt zu weniger Leistung. Auch wenn wir meinen, mit drei bis vier Stunden kurzfristig auszukommen, hilft uns die „gewonnene“ Arbeitszeit nur bedingt. Denn Schlafmangel kann sich sehr schnell in Form von beeinträchtigter kognitiver Leistungsfähigkeit zeigen. Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisprobleme und langsamere Reaktionszeiten – häufig in Kombination mit Kopfschmerzen – sind ­typische Symptome.

Auch die Ernährung ist essenziell.  Das schnelle Weckerl oder die bestellte Pizza kann zum Zeitsparen sehr verlockend sein, beide verstärken aber Müdigkeit und Leistungseinbrüche. Denn gerade jetzt brauchen wir mehr Vitalstoffe, damit unsere Neuronen und ihre Schaltstellen optimal funktionieren. Leichtes Eiweiß, komplexe Kohlenhydrate, B-Vitamine und Magnesium (Energie für die Zellen) sind einfacher zuzuführen, als man denkt. Haferflocken mit Banane, Nüssen und Skyr sind da ein ausgewogenes Beispiel.

Fettarme, leicht verdauliche Speisen haben den Vorteil, kürzer im Magen zu verweilen. Dadurch wird der Blutfluss nicht so massiv in den Verdauungstrakt umgeleitet, wodurch das Gehirn besser versorgt und der Blutzuckerspiegel stabil bleibt. Ein gegrilltes Huhn oder Fisch mit Gemüse und Reis beziehungsweise Kartoffeln sind organisatorisch sicher machbar.

Im Übrigen ist auch ausreichende Flüssigkeitszufuhr, bevorzugt Wasser oder Tee, für Ihre Konzentration ­essenziell.

Adaptogene

Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, rate ich zur Unterstützung aus der Phytotherapie. Adaptogene ­ermöglichen dem Körper, besser mit Stress umzugehen. Die Ermüdung wird weniger, die Sauerstoffversorgung besser und die Infektabwehr gesteigert. Erfolgreich eingesetzt wird hierbei die Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus, Sibirischer Ginseng), beispielsweise in Form von zwei bis drei Tassen Tee täglich oder als standardisiertes Kapselpräparat. Lediglich bei Überempfindlichkeit und erhöhtem Blutdruck wird von der ­Einnahme abgeraten.

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