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„Wir haben möglicherweise den Tiefpunkt bei den Bitcoin-Preisen erreicht“
James Butterfill, Coinshares: „Der Hype im KI-Bereich hat an den Märkten viel Liquidität aufgesaugt, worunter auch Bitcoin gelitten hat.“
© CoinShares, Bearbeitung: GEWINN

Interview James Butterfill, Coinshares

„Wir haben möglicherweise den Tiefpunkt bei den Bitcoin-Preisen erreicht“

James Butterfill von Coinshares erklärt den Hintergrund für den aktuellen Bitcoin-Bärenmarkt und warum er von keinem weiteren Preisverfall ausgeht. 

Von Martin Mayer

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07.07.2026
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GEWINN: Bitcoin hat gegenüber dem Höchststand des Vorjahres 50 Prozent an Wert verloren. Die Gesamtmarktkapitalisierung von Krypto-Assets ist von 4,2 auf 2,1 Billionen gesunken. Die Stimmung scheint sehr gedämpft zu sein. Was ist los am Kryptomarkt?

Butterfill: Bei Bitcoin konnte ja in der Vergangenheit ein Vierjahreszyklus beobachtet werden, der vom sogenannten Halving ausgelöst wird. Beim Halving wird die Belohnung für Miner laut dem Bitcoin-Protokoll halbiert, was in etwa alle vier Jahre passiert. Nach dem Halving steigt der Bitcoin-Preis typischerweise für eineinhalb Jahre, und danach ist in der Regel ein Abverkauf zu beobachten. Und genau das ist vergangenen Oktober eingetreten, eineinhalb Jahre nach dem letzten Halving. Seither haben sogenannte „Wale“ – Großinvestoren mit besonders hohen Beständen an Krypto-Assets – Bitcoins im Wert von über 40 Milliarden US-Dollar verkauft. Zwar haben ETF-Investoren weiterhin in Bitcoin investiert, doch das konnte die massiven Verkäufe der Wale nicht aufwiegen. Und das hat den Bitcoin-Preis auf Talfahrt geschickt. 

GEWINN: Welche anderen Faktoren haben noch Einfluss auf den Bitcoin-Preis?

Butterfill: Der Hype im KI-Bereich hat an den Märkten viel Liquidität aufgesaugt, worunter auch Bitcoin gelitten hat. Und in den vergangenen Monaten hat sich auch die Inflation ziemlich hartnäckig gehalten – verstärkt durch den Irankrieg. Und mit der Ernennung von Kevin Warsh zum neuen Gouverneur der US-Notenbank Fed, der als „Falke“ gesehen wird und somit für tendenziell restriktive Notenbankpolitik steht, ist die Erwartung von Zinsanhebungen durch die US-Fed deutlich angestiegen. Und geldpolitischer Druck dürfte insbesondere die Bitcoin-Kurse dämpfen.

GEWINN: Warum sind insbesondere die Bitcoin-Preise von steigenden Zinsen betroffen?

Butterfill: Es triff vor allem auch Bitcoin, da es sich um ein monetäres Anlageinstrument mit einem begrenzten Angebot handelt, das mit anderen Anlageinstrumenten wie Staatsanleihen konkurriert. Wenn also die Zinsen oder die Zinserwartungen steigen, steigen auch die Renditen, wodurch Staatsanleihen attraktiver werden und die Anleger ihr Kapital von Bitcoin und anderen Anlageinstrumenten mit festem Angebot in den Dollar oder in auf den Dollar lautende Anlageinstrumente umschichten.

GEWINN: Und wie ist die aktuelle Situation?

Butterfill: Tatsächlich deuten alle Anzeichen darauf hin, dass diese Wale inzwischen ihre Verkäufe beendet haben. Die Historie hat auch gezeigt, dass die Verkäufe in der Regel sechs bis neun Monate nach dem Beginn des Ausverkaufs wieder enden. Und der Relative-Strength-Indikator ist auch so tief wie seit 2022 nicht mehr, was darauf hindeutet, dass Bitcoin derzeit massiv überverkauft ist. Wir haben somit möglicherweise den Tiefpunkt bei Bitcoin-Preisen von 58.000 US-Dollar erreicht. Ein noch tieferer Fall würde mich sehr wundern.

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