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Von null auf 18 Milliarden
Die Mitglieder des Zertifikate Forums Austria zeigten im Gespräch mit ­GEWINN auf, dass man mit Zertifikaten auch in stagnierenden oder sinkenden Märkten Rendite erwirtschaften kann.
© © Pepo Schuster, austrofocus.at

20 Jahre Zertifikate Forum Austria

Von null auf 18 Milliarden

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums erklären die Mitglieder des Zertifikate Forums Austria, warum sich Zertifikate auch in Zeiten des ETF-Booms behaupten können. 

Von Martin Mayer

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30.06.2026
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Das Zertifikate Forum Austria wurde im April 2006 von den führenden Zertifikate-Emittenten Österreichs als erste Interessenvertretung für Zertifikate in Österreich gegründet und repräsentiert mit seinen vier Mitgliedern heute rund 65 Prozent des heimischen Gesamtmarkts. Mit Frank Weingarts von Unicredit, der aktuell den Vorsitz im Forum hat, Philipp Arnold von Raiffeisen Zertifikate, Uwe Kolar von der Erste Group Bank und Heiko Geiger von der Bank Vontobel Europe nahmen sich alle vier Vertreter des ZFA-Vorstands die Zeit, um in der GEWINN-Redaktion die vergangenen 20 Jahre Revue passieren zu lassen und auch einen Blick in die Zukunft zu werfen. 

GEWINN: Die ersten Zertifikate für Privatanleger wurden im deutschsprachigen Raum 1990 auf den Markt gebracht. Was war das Versprechen hinter diesen damals neuartigen Anlageprodukten?

Weingarts: Mit Zertifikaten war es erstmals möglich, Investitionen in Produkte auch für Privatanleger zu ermöglichen, die davor institutionellen Investoren vorbehalten waren. Das gilt übrigens auch noch heute. Über die Zeit kam dann immer stärker auch das Thema „Absicherung im Depot“ auf.

Arnold: Innovativ waren damals auch etwa die Themenzertifikate, die es in einer Zeit vor den Themenindizes möglich gemacht haben, in einen Korb an Unternehmen in einem bestimmten Bereich zu investieren. Darunter waren oft auch Unternehmen, die man damals nicht so einfach handeln konnte.

Geiger: Und für Privatanleger wurden mit Zertifikaten zum ersten Mal auch Investments in den Bereich Rohstoffe auf einfache Art möglich.

GEWINN: Wie hat sich seither das Angebot an Zertifikaten für Anleger in Österreich bzw. dem deutschsprachigen Raum entwickelt?

Arnold: Anfang der 2000er-Jahre wurde dann eine Vielzahl neuer Produkte auf den Markt gebracht. Damals wurden viele mögliche Strukturen und Basiswerte ausprobiert. Später haben die Emittenten dann aber erkannt, dass die Produkte einfach und möglichst verständlich sein müssen und nicht hochkomplex. Das hat dann in der Folge zu einer Bereinigung des Produktangebots und Fokussierung auf einige wenige Produktkategorien geführt – was gut gelungen ist.

GEWINN: Wie rasch sind damals Produktneuheiten aus Deutschland auch in Österreich auf den Markt gekommen?

Weingarts: Der österreichische und der deutsche Markt waren von Anfang an sehr stark vernetzt, weil die Emittenten aus Österreich auch in Deutschland aktiv waren und umgekehrt. Es lief aber in der Branche generell sehr viel langsamer als heute, weil die Prozesse in der Erstellung der Produkte noch manuell abliefen und die Zeichnungsfrist drei Monate dauerte.

Kolar: Heute ist die Schlagzahl in der Auflegung neuer Produkte viel größer, weil nahezu alle Prozesse automatisiert und die Produktkategorien auch deutlich stärker standardisiert sind und weniger individuelle Produkte aufgelegt werden.

GEWINN: Wie groß ist der Markt für Zertifikate in Österreich aktuell?

Weingarts: Das Zertifikate Forum Austria veröffentlicht regelmäßig Statistiken zum Volumen des Zertifikatemarktes, wobei vier Emittenten an der Erhebung teilnehmen: Raiffeisen Bank International, Erste Group Bank, Unicredit Bank Austria und Bank Vontobel Europe. Diese vier Emittenten schätzen ihren Marktanteil auf rund 65 Prozent des ausstehenden Zertifikatevolumens. Hochgerechnet auf den Gesamtmarkt liegt der Open Interest bei Privatanlegern aktuell bei einem Wert von rund 18 Milliarden Euro.

GEWINN: Warum sind Zertifikate heute – in Zeiten stark steigender Beliebtheit von ETFs – für Privatanleger weiterhin relevant? 

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