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Vom schlafenden Riesen zum DAC-Pionier
Die junge Generation wie Elisabeth Rücker aus Unterretzbach rückt stark in den Fokus der „Wein-Schatz-Jäger“
© POINT OF VIEW GmbH

Vom schlafenden Riesen zum DAC-Pionier

Es war eine beeindru­ckende Leistung, die der Winzerschaft vom größten österreichischen Weinbaugebiet vor 20 Jahren gelungen ist. Der „schlafende Riese“ Weinviertel wurde erweckt, und mit einer kontrollierten Herkunft für den gebietstypischen Grünen Veltliner aus dem Weinviertel, war die Geburt des DAC geschafft.

Von Walter Kutscher

04.03.2022

Eine Sorte, nämlich der Grüne Veltliner, ein Geschmacksbild mit dem klassischen „Pfefferl“, bewirkte eine Alleinstellung in der heimischen Weinwirtschaft.
Während vor einigen Jahrzehnten bei der Poysdorfer Weinparade noch intensive und plakative Veltliner-Typen die Siegespokale einheimsten, ist es jetzt der Dialog aus Würze und Frucht, der von Weinkundigen beim Weinviertel DAC geschätzt wird. Die Herkunftsweine, als „Districtus Austriae Controllatus“ bezeichnet, sind schon optisch an der charakteristischen Flaschenkapsel mit dem DAC-Logo zu erkennen. Zwei Kategorien sind es, die uns Weinliebhaber animieren können. Die Klassikvariante gilt als der „Mittelklassewagen“ unter den heimischen Weißweinen. Mit seiner unkomplizierten, aber stets niveauvollen Art, schafft es der Speisenbegleiter, den Pawlowschen Reflex zu aktivieren. Die Reservekategorie kann als Langstreckenläufer mit beachtlicher Kondition, Reife, wohldosierten Schmelz und Persistance vermitteln. Diese DAC-Weine passen perfekt zur heimischen Küche. Vom Wiener Schnitzel über Tafelspitz bis zum Katzengschroa reicht hier die Foodpairing-Palette.

Das Weinviertel gilt aber auch als Refugium für Geheimtipps und Preis-Leis­tungs-Weine. Dabei ist es gerade die junge Generation, die immer mehr in den Fokus der „Wein-Schatz-Jäger“ gelangt. Da wären unter den „Jungen Wilden Winzern“ gleich einmal ihre Obfrau Elisabeth Rücker aus Unterretzbach, die ihre Bio-Einstellung lebt, oder Julius Klein aus Pernersdorf. Eine breite Palette an DAC-Weinen finden wir im Zistersdorfer Weingut Schweighofer, vulgo Schwoga, und Bio-Winzerin Anna Faber-Köchl schwört in Eibesthal auf Qualität und Nachhaltigkeit.

Die Personen hinter dem Herkunftskonzept: Obmann Hans Setzer und Geschäftsführerin Maria Obermayer© Andrea Krahofer, Goldschatz Fotografie

Die Personen, die hinter dem Herkunftskonzept stehen, sind Obmann Hans Setzer und Maria Obermayer, die als Geschäftsführerin fungiert. Mit Stolz verweisen sie auf die heimische Nationalsorte, die in ihrer urtümlichen Heimat, dem Weinviertel, gemäß dem neuen Slogan „Immer ein echter Grüner Veltliner“ für alle Weinliebhaber das richtige zu bieten hat. Und egal ob vor Ort mit der (Wein-)Seele baumeln oder zu Hause genießen, ein Weinviertel DAC kann von seiner Herkunft erzählen. Man muss nur zuhören und nicht gleich nach dem ersten Glas aufgeben.

Weine des Monats

© Weingut Schwarzböck, Weingut Franz & Christine Netzl, Fonseca, Weingut Silvia Heinrich, Weingut Schloss Gobelsburg, Weingut Setzer

(von links nach rechts):

Grüner Veltliner 2020 Ortswein Hagenbrunn Weinviertel DA
(7,90 Euro): 12,5% Alk.
Feine Würze, florale Aspekte mit Frühlingsblumen, zart kräuterartig untermalt, dazu Granny Smith und Limette; Fruchtsüße und Säurepikanz, finessenreich und anregend.
Weingut Schwarzböck
2102 Hagenbrunn, Hauptstraße 56–58, Tel. 02262/672740
weingut@schwarzboeck.at, www.schwarzboeck.at


White Port
(11,90 Euro): 20% Alk/Griffkork
Ananas und Banane, Honig und Schwarztee; vollmundig, cremig-warm. Gekühlt, als Aperitif mit Tonic und frischer Minze, passt auch perfekt zu kräftigen Käsesorten.
Fonseca
4400-187 Vila Nova de Gaia, Tel. +351 223 742 800
visit@fonseca.pt, www.fonseca.pt

Erhältlich u. a. bei Interspar

Chardonnay 2020, Carnuntum DAC
(9,30 Euro): 13,5% Alk.
Jugendlich, duftig und reduktiv, Klarapfel, Zitrus, Litschi und frische Blumenwiese; verspielt, saftig und animierend, wartet aber auch mit
Charakter und Länge auf.
Weingut Franz & Christine Netzl
2464 Göttlesbrunn, Rosenbergstraße 17, Tel. 02162/82 36
weingut@netzl.com, www.netzl.com

Ried Siglos (ZW, BF)
(12,50 Euro): 12,5% Alk.
Jugendliches Outfit; Schoko-Kirsch und Waldbeeren mit Kakao vereint; elegante Textur, feinkörnige Tannine, dunkelfruchtig und balanciert,  trinkanimierendes Finish.
Weingut Silvia Heinrich
7301 Deutschkreutz, Karrnergasse 59, Tel. 02613/896 15
office@weingut-heinrich.at, www.weingut-heinrich.at

Riesling 2020 Ortswein Zöbing
(13,20 Euro): 12,5% Alk/Naturkork
Duftig und fruchtig, punktet mit Steinobst, Honigmelone und dropsigen Kapitälchen; saftige Säure, finessenreich und animierend, kokett und verspielt, garantierter Trinkfluss.
Weingut Schloss Gobelsburg
3550 Gobelsburg, Schlossstraße 16, Tel. 02734/24 22
schloss@gobelsburg.at, www.gobelsburg.at

Grüner Veltliner „8000“ Ried Laa, Weinviertel DAC Reserve
(25,30 Euro): 13% Alkohol/DIAM-Kork
Von jugendlicher Würze und reifer Kernobstfrucht geprägt; vinifizierte Eleganz, stimmige Säurebalance und noble Spannung, erst am Beginn seiner langen Entwicklung.
Weingut Setzer
3472 Hohenwarth, Hauptstraße 64, Tel. 02957/228
setzer@weingut-setzer.at, www.weingut-setzer.at

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