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Und sie wurden noch größer und besser © Philips

Test: Die neuen 65-Zoll-Fernseher

Und sie wurden noch größer und besser

Die Bildschirmgröße von 65 Zoll (~165 cm) wird das neue Lieblingsmaß der Käufer von farbprächtigen OLED-Fernsehern. GEWINN hat sich die neu vorgestellte Modellgeneration genauer angeschaut.

Von Herwig Wöhs

26.09.2022

Was man vor dem Kauf wissen sollte: Wichtig ist bei den immer größer werdenden Bildgrößen, dass die Auflösung im typischen ­Betrachtungsabstand keine einzelnen Pixel mehr erkennen lässt und die Farben so dargestellt werden, dass die Aufnahmen lebensnaher wirken. Ersteres wird durch 4K mit mehr als acht Millionen oder 8K Auflösung mit 33 Millionen Bildpunkten erreicht, für die Farbdarstellung ist HDR zuständig. HDR10, HDR10+ und HDR10+ Adaptive ist die neue Technologie für noch schönere Bilder. Bei HDR 10 kann der Fernseher 1.024 Helligkeitsstufen pro Farbe darstellen, und die Anzahl der Farbabstufungen steigert sich von bisher 16,8 Millionen auf nunmehr eine Milliarde. Dafür müssen die Fernseher rund 40 Prozent mehr Licht abstrahlen können.

Die Metadaten der Bilder (aus der Produktion des Films), die mit dem Bildsignal mitgeschickt werden, steuern die vom Filme­macher intendierte Helligkeitseinstellung. Mit dem Format HLG (Hybrid Log Gamma, siehe Tabelle) wiederum können die Metadaten entfallen, und deshalb wird dieses HDR-Format bevorzugt von Fernsehanstalten genutzt (z. B. bei „Der Bergdoktor“ oder „Die Bergretter“).

Bildtechnologien

Diese Quantum-Dot-(QD-) Technologie von Samsung setzt auf sehr kleine, nanometergroße Partikel (ca. 2– 10 nm). Ähnlich wie OLED-Displays werden QDs als selbstleuchtende Quelle genutzt. Das Besondere daran ist, dass sie ihre Farbe mit der Größe verändern. Für blaue QDs müssen keine anderen Verbindungen eingesetzt, sie müssen nur kleiner hergestellt werden. Mittelgroße (~3 nm) scheinen grün und noch größere (~6 nm) rot.

Die Vorteile der QD-Technologie sind günstigerer Preis der Panels im TV, Leuchtstärke und hohe Lebensdauer. Im Vergleich zum OLED-Display ist aber der Betrachtungswinkel kleiner und die Schwarzwerte etwas schlechter, zur Langzeitstabilität (Einbrenneffekte) gibt es naturgemäß noch keine Erfahrungswerte.

Der LG 4K OLED evo TV besitzt einen Brightness-Booster für tieferes Schwarz, sattere Farben und eine höhere Brillanz, damit das Fernsehbild auch in den schwierigen Situationen wie einem sonnendurchfluteten Raum für den Betrachter attraktiv ist. Der 4K Prozessor in der fünften Generation unterstützt Bild, Sound und Helligkeit mit eingebauter künstlicher Intelligenz. Und als Kontrapunkt zu den ganzen Optimierungen können mit dem Filmmaker-Mode auf Knopfdruck alle Filter und Optimierungen abgeschalten werden, der Film wird „pur“ in der Originalfassung gezeigt. Videos von Amazon Prime werden automatisch erkannt und automatisch im Filmmaker-Mode gezeigt.

Bei Philips setzen die aktuellen OLED-EX-Panels des Jahres 2022 beim Material auf das stabilere Deuterium anstelle von Wasserstoff, das bringt eine deutlich verbesserte Maximalhelligkeit. Beim Spitzenmodell, dem OLED 937, kommt das Panel „Royal“ zum Einsatz, das, mit speziellen Kühlkörpern (Heat Sinks) ausgerüstet, eine noch einmal höhere Spitzenhelligkeit ermöglicht.

Sony schickt seine ­Triluminos-(Drei-Farben-) Technologie ins Rennen um das beste Bild. Eine deutlich umfangreichere Farbpalette und präzisere Abstufungen sind besonders bei Hauttönen erlebbar. Auch hier kommen fluoreszierende Nanopartikel zum Einsatz, die durch die Beleuchtung mit LEDs zu leuchten beginnen.

Im Prinzip sind also alle drei Technologien, Samsungs Quantum Dot, LGs ColorPrime Pro und Sonys Triluminos einander technisch ähnlicher, als die Marketingbegriffe vermuten lassen.

Bei Panasonic ist der ZW984 (2020) eine konsequente Weiterentwicklung der Vorgängermodelle. Auch hier wird mit dem Einsatz von Deuterium eine höhere (Spitzen-)Helligkeit erreicht, die vor allem dem Format HDR geschuldet sind.

Praktisch

Die neuen Fernseher werden immer mehr ins alltägliche Leben der Nutzer integriert. Samsung bietet z. B. mit seiner Edition „The Frame“ magnetisch haftende Bilderrahmen. Dann schaut der Fernseher aus wie ein Bild, wenn aus Samsungs Art Gallery (ab 4,90 Euro pro Monat) die schöns­ten Gemälde und Fotos der Welt angezeigt werden. Eine neue Antireflexionsoberfläche sorgt dafür, dass die Kunstwerke besser zur Geltung kommen.

Das LG Gallery Design hilft bei einer fast lückenlosen und flachen Wandmontage, auch hier gibt’s Fotos von den schönsten Bildern der Welt zum Herunterladen und Abspielen, dann kann man sich einfach einen Monet oder Picasso „an die Wand hängen“.

HDR-Fernseher sind leider keine besonderen Energiesparwunder, aber auch keine Stromfresser wie die alten Plasmaschirme. Die meisten TVs landen in den neuen Energieeffizienzklassen E bis G und verbrauchen 300 bis 400 kWh pro 1.000 Betriebsstunden. Eine Stunde Fernsehen kommt dann bei aktuellen Strompreisen auf Kosten von acht bis zehn Cent.

Fazit

Wohin geht der technologische Weg? Größere Bildschirmdiagonalen, bessere Bilder, auch unter Einsatz von künstlicher Intelligenz sowie besserem Ton.

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