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„Nicht jammern, sondern verändern!“
Auch bei den diesjährigen Illmitzer Gesprächen wurde mit prominenten Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft wie ­etwa Sonnentor-Gründer Johannes Gutmann (Bild) intensiv über die notwendigen konkreten Schritte bei Umwelt- und Klimaschutz diskutiert.
© Christoph Malloth

Nachhaltigkeitskonferenz Illmitzer Gespräche 2023

„Nicht jammern, sondern verändern!“

Im Zuge der diesjährigen Illmitzer Gespräche wurden unter der Ägide des Klimaschutzministeriums und prominenter Teilnehmer konkrete Maßnahmen für Umwelt- und Klimaschutz diskutiert.

Von Martin Maier

25.10.2023

Das Motto der Illmitzer Gespräche, einer jährlich stattfindenden Nachhaltigkeitskonferenz im Burgenland, lautet: „Die Zukunft ist jetzt – wir haben keine Zeit mehr!“ Auch dieses Jahr wurde die Konferenz diesem Motto gerecht, es wurden nicht nur zahlreiche Aspekte des Klima- und Umweltschutzes in Österreich diskutiert, sondern auch konkrete Forderungen an die Politik formuliert.

So wies etwa Klimaschutzministerin Leonore Gewessler in ihrer Grußbotschaft auf unsere Verantwortung für die zukünftigen Generationen hin. Die negativen Auswirkungen der Klimawende seien deutlich erkennbar, jetzt gelte es, rasch die Weichen für die Zukunft zu stellen. Martha Krumpeck, Mitbegründerin der „Letzten Generation“ und bekannt für ihre „Klimaklebeaktionen“, kritisierte die Untätigkeit der Politik und will mit „friedlichem Widerstand“ auf die Malaise in der Klima- und Umweltpolitik hinweisen. Sie bemängelte, dass die 93 Forderungen des Klimarats von der Politik nicht beachtet und umgesetzt werden, ein Beispiel, dass die Demokratie ausgehöhlt sei. Die Rechtsanwältin Michaela Krömer berichtete über ihren Individualantrag beim Verfassungsgerichtshof, mit dem sie zwölf Jugendliche unterstützte, die den Klimaschutz und die Grundrechte von Kindern einklagten, der aus formalen Gründen abgelehnt wurde.Sie beklagte das Rechtsschutzdefizit und die fehlenden Beschwerdemechanismen im Klimaschutzgesetz und kündigte an, einen abgeänderten Antrag einzubringen.

Der bekannte ehemalige Spitzensportler, Trainer und Sportdirektor beim ÖSV Toni Innauer kritisierte die Trägheit etablierter Systeme. Privilegien, Gewohnheiten und persönliche Vorteile seien bedeutende Bremsen systemischer Veränderungen. Der Bestsellerautor, Historiker und Philosoph Philipp Blom meinte, dass „die Welt aus den Angeln geraten“ sei. Er berichtete über ökologische und systemische Katastrophen in der Vergangenheit und zog Parallelen zur Gegenwart. Wir als Menschen hätten jedoch die Macht zu positiven Lösungen und Veränderungen.

Maßnahmen leben

Bei der Konferenz schilderten auch zahlreiche Gäste, wie sie in der Praxis – oft schon seit Jahrzehnten – den Begriff Nachhaltigkeit leben: zum Beispiel Sonnentor-Gründer Johannes Gutmann, dem Bio schon wichtig war, als noch wenige mit diesem Begriff umgehen konnten. Für ihn stehen nicht Schnelligkeit, Quantität und Profit im Vordergrund, sondern Freude, Gemeinwohlökonomie, Qualität und Nachhaltigkeit. Seine Botschaft lautete: „Nicht jammern, sondern verändern, neue Wege mutig beschreiten.“ Winzer Josef Umathum, ein Pionier naturnaher Weinproduktion, definierte seine eigenen Ansprüche an Bio, die weit über die Förderrichtlinien hinausgehen: Keine Pestizide, natürliche Düngungen, standortgerechte Begrünung, die Wahl von älteren und robusteren Rebsorten waren vordergründige Themen.

Stefan Sattler, Experte für erneuerbare Energien im Dienst der Stadt Wien, erklärte anschaulich den Fahrplan der Bundeshauptstadt zur geplanten Klimaneutralität 2040 sowie zur Dekarbonisierung. Wien soll dadurch weiterhin eine der lebenswertesten Großstädte der Welt bleiben. Markus Brandlmayr, Bürgermeister von Bad Schallerbach in Oberösterreich, stellte unter dem Titel „Energiegemeinschaft – vom erfolgreichen Bohren harter Bretter“ dar, wie es der Marktgemeinde gelungen ist, eine wirtschaftlich und juristisch funktionierende Energiegemeinschaft zu etablieren.

Details und weitere Infos finden Sie auf www.illmitzer-gespraeche.at.

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