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Konjunktur

My Home is not my Castle

Von Hans-Jörg Bruckberger

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02.06.2026
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Frau kuschelt auf Sofasessel mit Hund
© Nina Lishchuk - GettyImages.com
Balkendiagramm mit Eigenheimquoten nach Länder
Einige der wohlhabendsten Länder haben eine überraschend niedrige Eigenheimquote – ganz im Gegensatz zu zahlreichen osteuropäischen Staaten.

In der EU leben im Schnitt rund 69 Prozent der Bevölkerung im eigenen Haus oder in einer Eigentumswohnung. Allerdings unterscheidet sich die Wohneigentumsquote (auch Eigenheimquote genannt) der einzelnen Länder stark. Ausgerechnet einige der wohlhabendsten Länder haben eine überraschend niedrige Eigenheimquote, Österreich mit 54 Prozent sogar die zweitniedrigste der EU. Besonders niedrig ist sie mit 42 Prozent übrigens in der nicht zur EU gehörenden Schweiz, wo die Mieter somit, wie auch in Deutschland, sogar in der Mehrheit sind.

An der Spitze liegen hingegen Länder wie Rumänien, die Slowakei oder Kroatien mit Wohneigentumsquoten von jeweils mehr als 90 Prozent. Dort leben also neun von zehn Haushalten in den eigenen vier Wänden. Die intuitive Annahme, dass mehr Wohlstand mehr Eigentum bedeutet, ist damit, zumindest in Bezug auf die Behausung, widerlegt.

Das hat folgende Gründe: In vielen osteuropäischen Ländern fand in den 1990er-Jahren eine Privatisierung staatlicher Wohnungen statt. Viele ehemalige Staats- und Genossenschaftswohnungen wurden zu Niedrigstpreisen an die damalige Mieterschaft übertragen. In Westeuropa wurde hingegen mit regulierten Mietmärkten samt Mieterschutz ein System geschaffen, in dem Mieten attraktiv bleibt – sicher, planbar und leistbar. Gleichzeitig haben Länder mit niedrigen Eigenheimquoten meist auch empfindlich hohe Immobilienpreise. Das in Verbindung mit hohen Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notarkosten etc.) sowie regulatorischen Hürden (wie Bauvorschriften und komplizierten Genehmigungsverfahren) verdirbt vielen die Lust am Eigenheim.

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