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Einfach besser anlegen mit Martin Mayer
Leben wir in besonders unsicheren Zeiten?
Im Rahmen einer Pressereise im Mai kam ich mit Journalistenkolleginnen und -kollegen unterschiedlichen Alters ins Gespräch, die einhellig feststellten, dass wir im Vergleich zu den Jahrzehnten davor derzeit in besonders unsicheren Zeiten leben würden: der Ukrainekrieg, der Irankrieg, der Klimawandel … In diesem Fall musste ich entschieden widersprechen, denn meiner Wahrnehmung nach waren die Jahre und Jahrzehnte davor alles andere als ruhig und sicher. Als Kind schon bescherten mir die atomare Bedrohung während des Kalten Kriegs und das Reaktorunglück von Tschernobyl Albträume, und der saure Regen zerstörte unsere Wälder. 1990 verfolgte ich live die TV-Berichte über den ersten Irakkrieg, und ein Jahr später konnte ich in meinem Zuhause in Kärnten, das weniger als 20 Kilometer Luftlinie von Slowenien entfernt liegt, Artilleriefeuer vom Jugoslawienkrieg hören. Und auch in den Jahren danach wurde es mit dem Angriff aufs World Trade Center, der globalen Finanzkrise und der Eurokrise keineswegs ruhiger.
Auch John Bilton, Leiter Global Research von J.P. Morgan Asset Management, betonte bei der diesjährigen Medienkonferenz in London: „Geopolitische Risiken hat es immer schon gegeben. Anleger sollten sich davon aber nicht von ihrer langfristigen Strategie ablenken lassen.“ Wer etwa in den vergangenen 50 Jahren trotz all der geopolitischen Krisen weltweit breit gestreut in Aktien investiert hat, kann sich über eine Rendite von im Schnitt acht Prozent freuen.

