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Krypto-Assets
Krypto abseits von Bitcoin
„Krypto ist deshalb so verwirrend, weil es das vereint, was wir bei Computern nicht verstehen – mit dem, was wir in Bezug auf Geld nicht verstehen.“ Diese ironische Beobachtung des britischen Komikers John Oliver trifft einen wunden Punkt, denn Krypto ist die erste Technologie, die gleichzeitig auch eine eigenständige Anlageklasse darstellt. Während man in KI oder Quantencomputing am Aktienmarkt oder über Venture Capital investiert, ist bei Krypto das investierbare Asset selbst ein integraler Bestandteil der Technologie.
Viele bezeichnen heute noch die Blockchain als die „eigentliche Technologie“ – und tun Krypto als überflüssiges Spekulationsvehikel ab. Doch das ist ein grundlegendes Missverständnis: Eine öffentliche Blockchain kann ohne Krypto-Assets – oft etwas irreführend als „Währung“ bezeichnet – nicht funktionieren. Sie sind nämlich der Schlüssel zur Dezentralität, einem der entscheidenden Merkmale öffentlicher Blockchains, die offen, neutral und nicht manipulierbar sind.
Trotz zunehmenden Verständnisses bleibt Krypto für viele Investoren ein Buch mit sieben Siegeln, insbesondere jenseits von Bitcoin. Doch was steckt wirklich dahinter? Was sind konkrete Anwendungsfälle? Und wie kann man darin investieren?
Bitcoin vs. Altcoins
Bitcoin ist noch verhältnismäßig einfach zu verstehen. Für viele gilt es als „digitales Gold“. Die sogenannten Altcoins bzw. vereinfacht gesagt alle Krypto-Assets jenseits von Bitcoin und Memecoins ähneln hingegen eher dezentralen Technologieunternehmen. Nach dem Aufstieg von Bitcoin entstanden zahlreiche Projekte, die versuchten, eine „bessere“ digitale Währung zu sein. So entstand der Begriff Altcoin.
Heute ist diese Bezeichnung allerdings irreführend: Die meisten bekannten Kryptoprojekte verfolgen nicht das Ziel, eine alternative Währung zu schaffen, und haben auch nicht den Anspruch, mit Bitcoin zu konkurrieren. Stattdessen ermöglichen sie eine Vielzahl dezentraler Geschäftsmodelle, die mit herkömmlichen Mitteln nicht realisierbar wären.
Anfang der 2010er-Jahre erkannten einige Entwickler, dass man mit Blockchains viel mehr machen kann, als digitale Geldeinheiten zu verwalten. Einer von ihnen war Vitalik Buterin, der mit Ethereum die Idee eines dezentralen Computers verwirklichte, einer Plattform, auf der Anwendungen und Prozesse transparent, unveränderbar und ohne zentrale Instanz ablaufen können. Das Herzstück dieser Entwicklung sind sogenannte Smart Contracts. Dabei handelt es sich um selbstausführende Programmbausteine, die direkt auf der Blockchain laufen. Ganze Geschäftsmodelle können damit automatisiert abgebildet werden, von Krediten und Handel bis hin zu Versicherungen, digitalen Identitäten oder sogar dezentraler künstlicher Intelligenz.
Seitdem ist ein breites Ökosystem sogenannter Layer-1-Blockchains entstanden. Jede dieser Chains hat eigene Charakteristika und Zielmärkte. Darauf aufbauend entwickelt sich eine Vielzahl dezentraler Anwendungen (dApps), die man auch als digitale (dezentrale) Unternehmen verstehen kann. Zentrales Element all dieser Netzwerke ist das Krypto-Asset, das als ökonomischer Anreizmechanismus für die Marktteilnehmer dient: Sogenannte Validatoren – bei Bitcoin Miner genannt – sichern das Netzwerk und stellen die Integrität der Blockchain sicher.
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