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Kann Trump uns die Cloud abdrehen?
Wo und wie Daten ­gespeichert sind, wird zunehmend zur strate­gischen Frage für Unternehmen.
© Jiawei Chang - GettyImages.com

KMU: Digitale Souveränität

Kann Trump uns die Cloud abdrehen?

Plötzlich reden alle von digitaler Souveränität. GEWINN klärt auf, was damit gemeint ist, warum das Thema zur Chefsache wird und weshalb sich auch KMU und EPU damit auseinandersetzen müssen.

Von Michaela Schellner und Friedrich Ruhm

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04.12.2025

Am 18. November fanden zwei Ereignisse zur europäischen Digitalpolitik statt, beide zur gleichen Zeit, aber mit völlig unterschiedlicher Tonlage. In Brüssel präsentierte die EU-Kommission ihr Digital Simplification Package, das weniger Bürokratie und einfachere Regeln beim Umgang mit Daten verspricht. Gleichzeitig verabschiedeten führende EU-Politiker in Berlin, darunter Österreichs Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll, eine Charta für digitale Souveränität, die europäische Daten besser schützen und „souveräner“ machen soll.

Ein Widerspruch? Nicht wirklich. Denn Europa will zwar die Nutzung von Daten vor allem in Hinblick auf die Entwicklung von KI-Anwendungen erleichtern, dabei aber nicht ausschließlich von Cloudanbietern wie Amazon, Google oder Microsoft, den sogenannten Hyperscalern, abhängig sein.

Ein Job für Nerds wird Chefsache

Bislang waren Serverstandorte, Verschlüsselung und Netzwerktechnik Fragen für die IT-Abteilung. Durch Clouddienste, KI-Tools und global vernetzte Lieferketten sind sie jedoch zu einem betriebswirtschaftlichen Thema geworden, das in der Chefetage angekommen ist. 

Denn nicht nur die Chinesen können staatliche Kontrolle. Auch die USA verfügen mit dem Patriot Act und dem Cloud Act über Gesetze, die ihren Behörden erlauben, unter bestimmten Bedingungen auf Daten von US-Unternehmen zuzugreifen – selbst wenn diese in Europa gespeichert sind (was im Falle der US-Cloudanbieter auch deren Kunden miteinschließt). 

Und spätestens seit Donald Trump immer wieder damit droht, ist diese Möglichkeit durchaus ernst zu nehmen, warnt Alexander Windbichler, Gründer und CEO der österreichischen Anexia Holding. „Und dann wird kein Supermarkt mehr beliefert, es können keine Pakete zugestellt werden, und es gibt keinen Zahlungsverkehr.“ 

Betroffen wären aber auch Arztpraxen, Rechtsanwaltskanzleien oder Handwerker, die Daten in einer Cloud gespeichert haben oder über diese Anwendungen nutzen, so Windbichler.

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