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Interview mit Martin Kocher
„Ein Fonds zur Ergänzung des Pensionssystems wäre sinnvoll“
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Er ist schon seit etwas mehr als einem Jahr im „Amt“ als Nationalbank-Gouverneur, aber der frische Wind ist dennoch spürbar: Martin Kocher versucht, seine Position für Österreich breiter auszulegen. Als Wissenschafter und Ökonom ist er präzise bei den Fakten und er versteckt sich auch bei aktuellen Beurteilungen nicht hinter Floskeln, sondern spricht Klartext.
GEWINN: Die Stimmung im Land könnte besser sein. Vieles wird kritisiert – zu Recht?
Kocher: Es gab zuletzt wieder ein paar positive Signale. Die Auftragseingänge sind in mehreren Branchen angestiegen und Unternehmen investieren wieder mehr, auch aus der Industrie kommen positivere Töne. In der Nationalbank rechnen wir deshalb für 2027 mit einem Wachstum von 1,3 Prozent. Aber natürlich ist diese Prognose noch mit großen Unsicherheiten behaftet.
GEWINN: Dieser Optimismus ist angesichts der geopolitischen Konfliktzonen etwas überraschend.
Kocher: Erst Anfang des Jahres lag Österreich mit zwei Prozent Inflation perfekt auf Kurs, auch positive Wachstumsaussichten waren erkennbar. Aufgrund des exogenen Schocks durch den Krieg im Nahen und Mittleren Osten hat sich die Situation dann anders dargestellt als erwartet. Doch auch die österreichische und europäische Wirtschaft sind robuster als viele dachten. Wichtig wäre, dass wir nun wieder ein gutes und stabiles Wachstum erreichen.
GEWINN: Wie soll das funktionieren?
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